Das Steckenpferdreiten

Das Steckenpferdreiten ist ein Brauch der niedersächsischen Stadt Osnabrück, das an den Friedensschluss von 1648 zur Beendigung des 30-jährigen Krieges erinnert.
Seit 1953 reiten fast immer nur Kinder, auch Schüler und Schülerinnen der vierten Klasse, in jedem Jahr um den 25. Oktober rum, dem Tag der Verkündigung des Friedens. Das Steckenpferdreiten ist mit einem Kinderfest in der Altstadt Osnabrück verbunden.
Geschichte
Der Brauch des Steckenpferdreitens in Osnabrück beruht auf einer Legende aus Nürnberg. Danach ritten dort 1650 während des Nürnberger Exekutionstags Jungen mit ihren Steckenpferden zu Fürst Octavio Piccolomini, der die Delegation von Kaiser Ferdinand III. leitete, und baten ihn um ein Andenken an den Frieden. Dieser ließ historisch belegte quadratische Silbermünzen prägen, die auf einer Seite Jungen auf Steckenpferden zeigten.
Diese Legende griffen die Dichterinnen Clara und Emmy von Dincklage in ihrem Geschichtenbuch für die Jugend von 1875 auf und verlegten den Ort der Handlung nach Osnabrück. Auf Anregung des Osnabrücker Schriftstellers und Kulturhistorikers Ludwig Bäte wurde das Steckenpferdreiten zu einer Osnabrücker Tradition. Zunächst war es ein besonderes Vorrecht der Osnabrücker Jungen, wie es in der Heimatkunde für die Schulen der Stadt Osnabrück und des Osnabrücker Landes von 1956 hieß. Schließlich nahmen auch immer mehr Mädchen teil; seit Mitte der 70er Jahre wird das Steckenpferdreiten für alle Schüler der vierten Grundschulklassen Osnabrücks veranstaltet.
Die Kinder reiten mit selbst gebastelten Steckenpferden und bunten Papierhüten zum Rathaus von Osnabrück. Der Zug wird von Stadtpfeifern angeführt. Der Oberbürgermeister der Stadt empfängt die Kinder. Für das Kinderfest wurde das Lied der Steckenpferdreiter komponiert, das mit der Zeile Wir Reiter ziehn durch Osnabrück und singen für den Frieden beginnt.
Vor der Osnabrücker Stadthalle wurde ein Steckenpferdreiter-Denkmal aus Bronze, geschaffen vom Osnabrücker Bildhauer Hans Gerd Ruwe, installiert, das sich aber mittlerweile vor der Katharinenkirche befindet.
Die ersten beiden Bilder stammen von der Katharinenkirche und die letzten beiden Fotos hab ich in der Altstadt gemacht.

St. Mauritius Kirche Kirchengebäude in Dissen

Die Ev.-luth. St. Mauritius Kirche, ist die Pfarrkirche in Dissen am Teutoburger Wald, die dem Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte der Evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannover angehört. Die St. Mauritius Kirche wurde in der Zeit Karl des Großen gegründet und wurde im Jahre 1276 fertiggestellt und zählt zu den ältesten Bauwerken der Stadt. Ebenfalls sehenswert ist der historische Kirchplatz, der neu hergerichtet wurde.

Baugeschichte und Architektur
Im Jahr 1236 wurde die Vorgängerkirche, die geweihte St. Georg, bei einer Fehde zusammen mit der ehemaligen Burganlage zerstört.
Das heutige Kirchengebäude wurde im Jahr 1276 fertiggestellt und geweiht. Der spätromanisch-frühgotische Neubau würde dem heiligen Mauritius und der Jungfrau Maria gewidmet.
1624 war die Kirche nach der Reformation katholisch und ab 1650 endgültig evangelisch.
Dabei handelt es sich um einen kreuzförmigen Saalbau mit zweijochigem Langhaus, gerade geschlossenem Chor, längsrechteckigen Kreuzarmen und einem quadratischen Westturm.

Im Langhaus und sowie in den Kreuzarmen befindet sich Kreuzgratgewölbe, in der Vierung und im Chor Birnstabrippen auf Eckdiensten.

Ausgrabungen haben ergeben, dass im Bereich des Langhauses und der Vierung ein schmalerer Vorgängerbau, wahrscheinlich mit Apsis, bestanden hat. Zu diesem gehörte vermutlich ein steinwerkartiger Bau im Bereich des heutigen südlichen Querarms.

Innenausstattung
Den ältesten Ursprung hat ein Kelch, dessen Fuß romanisch, Schaft gotisch und Kuppa barock ist. Der überwiegende Teil der Innenausstattung ist nachreformatorisch: Eine der drei Emporen stammt aus dem Jahr 1654, Die Kanzel aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, der Altaraufsatz von 1765 und der Orgelprospekt von 1789.

Der Baumwipfelpfad in Bad Iburg

Einst zu seiner Zeit ließ Bischof Benno II die Steine für die Iburg aus dem Wald holen, in dem – 1000 Jahre später – nun der Baumwipfelpfad steht und in die Höhen führt, das ein absolut einmaliges Erlebnis im Osnabrücker Land verspricht.

600 Meter Natur, Geologie, Geschichte und Waldpersönlichkeit…

Der Baumwipfelpfad liegt im alten Waldkurpark von Bad Iburg. Sehr alte Laubbäume, und das sind viele, prägen das Gesicht dieses wunderschönen Pfades. – Einige der Bäume nach dem Baumwipfelpfad sind bis zu 250 Jahre alt und haben bis zu mehr als einem Meter Durchmesser. Der hohe Anteil an Laubbäumen mit ihren enormen Dimensionen und interessanten Formen prägen den Charakter des Waldkurparkes.

Der Baumwipfelpfad wurde im April 2018 eröffnet und hat mit Auf- und Abstieg eine Lauflänge von knapp 600 Metern. Er bietet interessante, neue, wie auch spannende Sichten auf den Waldkurpark und das Iburger Schloss.
Der Baumwipfelpfad ist barrierefrei. Am östlichen Einstiegsturm sind alle Ebenen ganz einfach per Aufzug erreichbar. Auf dem Pfad gibt es 30 Erlebnis- und Lernstationen, wo man viel über Flora, Fauna, Geologie, Geschichte und Waldpersönlichkeit erfährt.

Ein Beispiel dafür:
Die verschiedenen Baumarten im Waldkurpark bieten durch ihren Höhlenreichtum Lebensraum für fünf verschiedene Fledermausarten
Die verschiedenen Baumarten im Waldkurpark bieten durch ihren Höhlenreichtum Lebensraum für fünf verschiedene Fledermausarten.

Das Osnabrücker Land hat ein Fünftel Waldfläche mit den Mittelgebirgen Teutoburger Wald und Wiehengebirge.

Foto © Sven Brönstrup

Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück ist einer der größten Zoos in Norddeutschland und wurde in den letzten Jahren konsequent erweitert. Der Zoo befindet sich an einem Waldhang am Schölerberg im Süden Osnabrücks. Der Zoo Osnabrück gliedert sich in viele verschiedenen Themenlandschaften. Bei einem Rundgang durch den Zoo, kann man über 3000 Tiere aus ungefähr 330 Tierarten sehen. An den Zoo angegliedert ist das Museum am Schölerberg.

An den Zoo angegliedert ist das Museum am Schölerberg.

Geschichte:

Startschuss für den Zoo im Süden von Osnabrück war im Juli 1935, als dieser als ein Heimattiergarten gegründet (durch Hilfe von Spenden) und am 26. Juli 1936 eröffnet wurde.Die ersten Tiere waren ein Dachs, ein Fuchs und ein Bär. Eine Voliere, ein Eulenturm, ein Hirsch- und Rehgatter sowie ein Aquarium folgten wenig später. Im Jahr 1938 zogen die ersten Bären im noch kleinen zoologischen Garten ein.

Durch den zweiten Weltkrieg war im April 1945 der Tierbestand im Heimattiergarten sehr gering, der Zoo war stark zerstört und verschuldet. Die Ambitionen waren dennoch groß nach dem Krieg, so wurde der „Heimattiergarten“ 1947 in „Tiergarten“ umbenannt und die ersten Affen zogen ein. In den Jahren 1959 und 1960 entstanden dann ein Warmhaus, eine Pinguinanlage und das erste Elefantenhaus. Am 17. April 1961 zog die erste indische Elefantenkuh Toni. Eine Woche später kam die Kuh Targa hinzu. 1968 folgte eine Antilopenanlage als Erweiterung.

1970 wurde der Tiergarten unbenannt in einen Zoo und immer mehr Tierarten kamen nach Osnabrück. Im Jahr 1973 wurde die Seelöwenanlage erbaut und 1975 wurde das Südamerikaareal eröffnet. Am Ende des Jahrzehnts wurde ein weiteres Mehrzweckwarmhaus erbaut, das kurz nach der Eröffnung aufgrund angeknabberter elektrischer Leitungen niederbrannte.

Seit Beginn des neuen Jahrhunderts machte der Zoo vor allem durch die Eröffnung neuer Themen- und Tierbereiche auf sich aufmerksam.

Insgesamt wurden in den letzten Jahren viele der alten, oft engen und mit viel Beton und Gittern gebauten Gehege durch moderne, artgerechte und offene Themenlandschaften ersetzt, die von den Besuchern frei eingesehen werden können.Der Zoo Osnabrück gehört mit zu den modernsten Zoos in Deutschland. In den letzten Jahren haben so viele neue Themenbereiche eröffnet, wie in kaum einen anderen Zoo in Deutschland.
Der Zoo Osnabrück gehört mit zu den modernsten Zoos in Deutschland. In den letzten Jahren haben so viele neue Themenbereiche eröffnet, wie in kaum einen anderen Zoo in Deutschland.
Fotos@Sven Brönstrup

Museum Villa Stahmer in Georgsmarienhütte

Villa Stahmer

Die Villa Stahmer ist das Museum der Stadt Georgsmarienhütte in Niedersachsen und steht im heutigen Stadtteil Oesede. In der Bauzeit war Oesede noch eine selbständige Gemeinde. Das Gebäude wurde 1900 errichtet. Das großbürgerliches Wohnhaus war bis 1907 Wohnsitz des Unternehmers Robert Stahmer und seiner Familie. Es steht unter Denkmalschutz und dient seit 1989 als Museum.

Architektur

Die Villa Stahmer gehört zu den schönsten Häusern des Landkreises Osnabrück. Mit ihren zahlreichen Türmen und Giebeln mutet sie schon fast wie ein Schloss an, doch adelige Herrschaften hat die Villa Stahmer nie gesehen.

Als eines der ersten Gebäude in Georgsmarienhütte verfügte die Villa Stahmer über Stromanschluss und fließend kaltes Wasser.Das Gebäude hat zwei Geschosse und weist auf der Schauseite im Giebelgeschoss regionaltypische Fachwerkbauweise auf. Auch der Turm mit quadratischer Grundfläche und spitzem Walmdach ist mit Fachwerk versehen. Eine Besonderheit der Ausstattung ist das Badezimmer im orientalischen Stil. Das komfortable Herrenzimmer gibt einen weiteren Eindruck vom Leben einer Unternehmerfamilie im frühen 20. Jahrhundert im überwiegend landwirtschaftlich geprägten Osnabrücker Land.

Die Villa Stahmer ist mit prächtigen Stuckdecken und farbigen Jugenstil- Fenster ausgestattet.

Bauherr

Die Villa wurde von dem Unternehmer Carl Stahmer (1833–1905) für seinen Sohn Robert erbaut.Ein zweites benachbartes Gebäude für den Sohn Ernst (1867–1929) wurde schon 1939 abgerissen.

Nutzungsgeschichte

Ab 1907 diente das herrschaftliche Wohnhaus zunächst bis Ende der 1920er Jahre als Dienstwohnung der jeweiligen technischen Direktoren des Eisenbahnsignalwerkes.Das zweite Obergeschoss wurde später von zwei Lehrerinnen bewohnt, das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss standen leer. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Villa von den britischen Besatzungstruppen beschlagnahmt. Ab 1947 wurde sie vom Arbeitsamt genutzt. Im Jahr 1968 ging die Villa Stahmer in den Besitz der Gemeinde Oesede über, die seit 1970 zur Stadt Georgsmarienhütte gehört. Das Gebäude wurde von 1975 bis 1980 zu einem Museum umgebaut. Die Eröffnungen des Museums war noch im selben Jahr, wie die Fertigstellung des Gebäudes. 2001 zog die Kunstschule Paletti Georgsmarienhütte e.V. in das Kellergeschoss ein. Sie hat dort zwei Atelier-Räume, ihr Büro und einen kleinen Lagerraum. In den Atelier-Räumen findet während des ganzen Jahres der Kursbetrieb der Kunstschule statt. In allen Schulferien finden dort Ferienworkshops der Kunstschule sowie der Städtischen Jugendpflege statt.

Im Jahr 2012 feierte die Kunstschule Paletti dort ihr 20-jähriges Bestehen. Im Jahre 2015 bezog die Kunstschule das zum historischen Gebäudeensemble gehörige, mit Landesmitteln sanierte Kutscherhaus.

Museum

Das Museum Villa Stahmer beherbergt mehrere Werkstätten, die einen Einblick in handwerkliche Arbeitsweisen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert geben. Dazu zählen eine Bäckerei, eine Buchbinderei und eine Druckerei. Eine historische Küche vermittelt einen Eindruck von der mühevollen Hausarbeit in dieser Zeit. Aus der Zeit der früheren Bewohner sind das Frühstückszimmer, die Einrichtung eines Schlafzimmers, Stuckdecken, bleiverglaste Fenster sowie die Treppe für die Dienstmädchen des Hauses erhalten. Außerdem wird die Geschichte des „Industriedorfs“ Georgsmarienhütte und seines Hüttenwerks, das einst größter Arbeitgeber im südlichen Landkreis Osnabrück war, vermittelt.

Die Dauerausstellung erzählt vom 1856 gegründeten Hüttenwerk und der Entwicklung des Industriedorfs zur Arbeiterkolonie und schließlich zur heutigen Stadt Georgsmarienhütte. An zahlreichen Objekten können Besucher/-innen diesen Wandel begreifen. Schienen mit Walzzeichen aber auch große Wandbilder aus Metall vermitteln die besondere Bedeutung der Stahlproduktion.

Seit 2003 wird eine Panoramaansicht der alten Hüttenanlagen gezeigt.

Mit dem Bau des Werkes im Dütetal beginnt eine einzigartige Geschichte, die im I. Obergeschoss in einer ungewöhnlichen Ausstellung dargestellt ist. Viele Stationen laden zum Entdecken und Erforschen ein und vermitteln die ungewöhnliche Geschichte der Stadt.
Fotos @ Sven Brönstrup

Bad Iburg Stadt in Niedersachsen

Iburg wird 753 das erste Mal erwähnt, als dort der Erzbischof von Köln Hildegar von den Sachsen getötet wurde. Karl der Große eroberte 772 die Königsburg Iburg gegen seinen Feind Herzog Widukind. Zum zweiten Mal eroberten 783 fränkische Soldaten die Iburg. Im elften Jahrhundert erhielt Iburg Bedeutung über die Region hinaus.Zwischen ca. 1052 und 1068 errichtete Bischof Benno I., eine Burg.Der bedeutendste Bauherr war der erste Bischof des Osnabrücker Landes. Er ließ zwischen den Jahren 1068 bis 1088 auf den Trümmern der alten Karlsburg eine Stiftsburg und ein Benediktinerkloster errichten. Benno hatte besonderes historisches Gewicht durch seine Vermittlung im Investiturstreit zwischen dem deutschen Kaiser Heinrich IV., seinem Freund, und Papst Gregor VII. beim Gang nach Canossa im Jahr 1077.

Die Iburg wurde nach dem großen Brand in Osnabrück der dauerhafte Wohnsitz der Osnabrücker Bischöfe um das Jahr 1100.

Im Jahr 1226 wurde der Bau der Fleckenskirche St. Nikolaus begonnen. Somit erhielten die Menschen, die sich am Fuße des Burgberges niedergelassen haben, auch eine eigene Kirche. Durch den Fürstbischof Bruno von Isenberg erhielt Iburg 1254 Stadtrechte. 1293 wurde Iburg als „oppidum“, als stadtähnliche Siedlung, mit einer „porta“ im Osten erwähnt. Ein Feuer, dass durch einen Blitzeinschlag verursacht wurde, zerstörte die Burg und das Kloster 1349.

Im Jahre 1359 erhielt Iburg das Wigboldprivileg. Dadurch wurden die Burg und der Ort mit einem Rat und einer gemeinsamen Verfassung zusammengeführt. 1455 bis 1482 wurde der Flecken unter Fürstbischof Konrad III. mit Mauern umgeben; drei Tore ermöglichten den Zugang. Dadurch, dass der Prior Frerking, eine Wasserleitung vom Sörenberg zum Kloster legen ließ, erhielt Iburg 1518 eine Wasserversorgung.

Im Jahre 1552 wurde südlich des Fleckens Burg Scheventorf als Wasserburg erbaut.

1585 vernichtete ein Feuer im Flecken Iburg 53 Wohnungen mit Nebengebäuden und Stallungen, ungefähr die Hälfte der Wohngebäude.

1625 wurde Franz Wilhelm von Wartenberg, der aus einer Nebenlinie der Wittelsbacher stammte, Bischof von Osnabrück. 1633 besetzten schwedische Truppen Iburg und schenkten die Burg Gustav Gustavson.

Im Jahre 1668 wurde Sophie Charlotte in Iburg geboren. Sie wurde später die erste Königin Preußens und Mutter des Soldatenkönigs und Großmutter Friedrichs des Großen.

Im Westfälischen Frieden zu Münster 1648 wurde wegen der konfessionellen Vermischung als Kompromiss die „Alternatio“ (Wechselfolge) erarbeitet. Katholische und evangelische Fürstbischöfe wechselten sich damit ab.

Im Jahr 1657 erhielt der Flecken Iburg das Privileg zur Abhaltung eines Jahrmarktes.

1672 endete die Ära der Osnabrücker Bischöfe in Iburg, als Ernst August I. das neue Schloss Osnabrück bezog.

Die Iburger Residenz wurde aufgegeben.

Zwischen 1750 und 1755 wurde auf dem Burgberg ein großzügiger barocker Klosterneubau errichtet. Das Kloster bestand noch bis 1803, als es aufgrund der Säkularisation aufgehoben wurde. Im Jahr 1885 nahm die Verwaltung des Kreises Iburg ihren Sitz im Schloss.

Mit der Gründung des Verschönerungsvereins im Jahr 1887 wurde im Flecken die erste Grundlage für die spätere touristische Entwicklung gelegt. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, Wanderwege anzulegen und Ruhebänke aufzustellen.

Schnautgangstein am Dörenberg

Am 28. Juni 1910 strandete das Luftschiff LZ 7 „Deutschland“ am Limberg. Menschen kamen bei diesem Zeppelin-Unglück nicht zu Schaden.

1929 wurde die Bauerschaft Mäscher nach Iburg eingemeindet. 1932 wurde der Kreis Iburg aufgelöst; der Sitz des Landrats befand sich fortan in Osnabrück.

1932 und 1933 wurde der Charlottensee am Fuße des Schlossbergs angelegt. Initiator war der Iburger Kurverein, der auf Anregung des späteren Ehrenbürgers Robert Hülsemann 1932 gegründet worden war.

1934 wurde im Schloss Iburg die SA-Sportschule eingerichtet, die bis 1939 bestand. Von 1942 bis 1945 befand sich im Schloss die Deutsche Heimschule Schloß Iburg. 1948 wurde die Niedersächsische Heimschule Iburg im Schloss untergebracht. Sie bestand bis 1971.

Britische Truppen besetzten Iburg in der Osterwoche 1945 kampflos. Zuvor hatte Bürgermeister Hermann Rinklake die letzten Soldaten der Wehrmacht dazu veranlasst, den Flecken zu verlassen. Rinklage wurde am 3. September 1946 auf Beschluss des Gemeinderats zum Ehrenbürgermeister ernannt.

1953 wurde aus der Sommerfrische aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und dem Luftkurort der 1920er Jahre der Kneipp-Kurort Iburg.

1959 erhielt Iburg wegen seiner bedeutenden geschichtlichen Vergangenheit im Mittelalter die Stadtrechte wiederverliehen.

1964 wurde am Urberg ein katholisches Mütter-Kurheim eröffnet, das bis 1998 bestand.

1967 erhielt Iburg die Staatliche Anerkennung als Kneippheilbad; seitdem darf der Ort den Namenszusatz „Bad“ führen.

Zwischen 1973 bis 2004 war im Iburger Schloss eine Ausbildungsstätte der Polizeischule des Landes Niedersachsen untergebracht.

1980 besiegelten Bad Iburg und der Berliner Bezirk Charlottenburg ihre Städtepartnerschaft. Sie wurde am 10. November beurkundet. Als Zeichen der Verbundenheit wurde die Rennbahn um den Charlottensee in Charlottenburger Ring umbenannt.

In jüngerer Zeit wurde in Bad Iburg die Tradition des Schnatgangs wiederbelebt. Auf dem Karlsplatz des Dörenbergs wurde zur Erinnerung an den Schnautgang 2002 ein Gedenkstein aufgestellt.

Im Jahr 1970 wurden die Ortsteile Glane-Visbeck, Sentrup und Ostenfelde zur Gemeinde Glane zusammengefasst. Am 1. Juli 1972 wurde die Iburg mit Glane vereinigt und die Einheitsgemeinde Bad Iburg gegründet.

Frühere Ortsnamen von Iburg: 753 Iuburg, 754 Iburg, 1070 Yburg, 1175 Yburch, 1350 Yburgh. Der Ortsname ist vermutlich eine Bildung mit dem Grundwort „-burg“. Der erste Namensbestandteil geht auf das mittelniederdeutsche Wort „iwe“ für „Eibe“ zurück. Wahrscheinlich hieß der Platz, auf dem die Burg errichtet wurde, ursprünglich „Iw-berg“ für „Eibenberg“.

(zum Teil durch Informationen von http://www.wikipedia.de)

Hans Georg Calmeyer deutscher Rechtsanwalt, Judenretter

Wer war eigentlich Hans Georg Calmeyer?

Kurzfassung:

Calmeyer; geboren in Osnabrück, war Rechtsanwalt, der von 1941-1945 während der Besetzung durch die Deutsche Wehrmacht als Mitarbeiter der deutschen Besatzungsbehörde in den Haag zirka 2866 Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrte.

Leben:

Hans Georg Calmeyer wurde am 23. Juni 1903 in Osnabrück geboren und starb dort auch am 3. September 1972. Der Vater von Hans Georg Callmeyer war ein Richter. Er hatte zwei ältere Brüder, die im Ersten Weltkrieg an der Westfront fielen. Calmeyer besuchte das Ratsgymnasium in Osnabrück, das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Gnesen (heute: Gniezno in Polen) und das Domgymnasium in Naumburg/Saale. Er bestand 1922 erfolgreich sein Abitur. Er studierte Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Marburg, München und Jena. Beide Staatsexamen schloss er mit Prädikatsnoten ab. Callmeyer gehörte dem Jungnationalen Bund und 1923/24 einer Maschinengewehrkompanie des Münchner Zeitfreiwilligenverbandes unter dem, mit den Nationalsozialisten sympathisierenden Hermann von Lenz an. In Berlin heiratete Callmeyer 1930 seine Frau Ruth. Im dem gleichen Jahr kam sein erster Sohn Peter zur Welt. Im Jahr 1931 begann Calmeyer seine berufliche Laufbahn als Staatsanwalt in Halle/Saale. Aber er wollte wieder zurück in seine Geburtsstadt und zog deswegen 1932 mit seiner Frau nach Osnabrück und ließ sich dort als Anwalt nieder.

Entzug der Anwaltszulassung:

Hans Georg Calmeyer spezialisierte sich als Anwalt auf Strafverteidigung und vertrat mehrfach auch Kommunisten. Dazu gehörten auch Vergehen gegen die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung erlassene Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat. Nachdem Calmeyer im April 1933 vorgeworfen worden war, marxistisch-kommunistisch eingestellt zu sein und jüdisches Personal zu beschäftigen, veranlasste der Präsident des Oberlandesgerichts Celle eine Prüfung. Calmeyer brachte Leumundszeugnisse bei, etwa vom Landgerichtspräsidenten, die ihn als politisch zuverlässig schilderten, und verwies darauf, während seiner Studienzeit Mitglied in deutsch-nationalen Organisationen gewesen zu sein. Der Vorstand der Anwaltskammer hingegen bezichtigte ihn „volkszersetzende[r] Tätigkeit“. Calmeyer habe „Kommunisten vor Strafe gerettet, wo er nur konnte“. Der OLG-Präsident kam zu dem Schluss, Calmeyer habe mit der Roten Hilfe Deutschlands in Verbindung gestanden und durch seine Verteidigung von Kommunisten „die Bestrebungen der KPD unterstützt und gefördert“. Im August 1933 wurde Calmeyers Anwaltszulassung wegen kommunistischer Betätigung zurückgenommen. Nach erneuter Prüfung erfolgte im Mai 1934 die Wiederzulassung, obwohl es keine neuen Ermittlungen gegeben hatte. Die Gründe sind deshalb im Einzelnen nicht nachvollziehbar. Unterdessen war Calmeyer allerdings dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps und dem Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund beigetreten. Der NSDAP trat er jedoch nie bei.

Wirken in den Niederlanden 1941–1945:

Im Mai 1940 nahm Calmeyer als Soldat einer Luftnachrichtenkompanie im Rahmen des Westfeldzuges an der Besetzung der Niederlande teil. Im März 1941 wurde er an das „Reichskommissariat für die besetzten niederländischen Gebiete“, die deutsche Besatzungsbehörde in Den Haag, abkommandiert. Dort leitete er die Abteilung „Innere Verwaltung“, in deren Zuständigkeit auch judenpolitische Maßnahmen fielen. U. a. fiel Calmeyer die Aufgabe zu, in „rassischen Zweifelsfällen“ zu entscheiden, ob jemand Jude sei oder nicht. Im Rahmen einer umfassenden Meldeaktion wollten die deutschen Besatzer im Januar 1941 die gesamte jüdische Bevölkerung in den Niederlanden erfassen. Dazu musste von jedem Betroffenen ein detaillierter Meldebogen ausgefüllt werden. § 3 der maßgeblichen Verordnung (VO) Nr. 6/41 vom 10. Januar 1941 „über die Meldepflicht von Personen, die ganz oder teilweise jüdischen Blutes sind und sich in den besetzten niederländischen Gebieten aufhalten“, bestimmte: „Ergeben sich Zweifel darüber, ob eine Person nach § 2 als ganz oder teilweise jüdischen Blutes anzusehen ist, so entscheidet hierüber auf Antrag der Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete oder die von ihm bestimmte Stelle.“ Als „Stelle“ zur Entscheidung der Zweifelsfälle bestimmte Reichskommissar Arthur Seyss-Inquart Calmeyers Abteilung. Die von Calmeyer daraufhin gebildete „Entscheidungsstelle für die Meldepflicht aus VO 6/41“ in Den Haag hatte deshalb grundsätzlich die gleiche Rolle wie das Reichssippenamt in Berlin, das während des Dritten Reiches mehr als 150.000 Zweifelsfälle in Abstammungssachen entschied.

Die Praxis der Verfahren in Den Haag unterschied sich jedoch erheblich von der in Berlin. Calmeyer ließ Beweismittel zu, die im Deutschen Reich unüblich oder sogar verboten waren (z. B. Feststellungsurteile niederländischer Gerichte über die Religionszugehörigkeit von Petenten, Abstammungsgutachten privat beauftragter Ärzte statt öffentlich bestellter Sachverständiger oder Zeugenaussagen von Juden).

Annähernd 6.000 Zweifelsfälle wurden von der „Entscheidungsstelle“ bearbeitet. In etwa 3.700 Fällen wurden die Petenten, die sich zuvor selbst als Juden gemeldet hatten, zu „Ariern“ oder „arischen Mischlingen“ umdeklariert. Allein dieses Zahlenverhältnis deutet auf eine „großzügige“ Entscheidungspraxis hin. Beim Reichssippenamt in Berlin waren es weniger als 10 % der Entscheidungen, die zu einer Rückstufung der Petenten führten. Darüber hinaus führten die positiven Abstammungsentscheidungen zum Entstehen vieler „privilegierter Mischehen“. Die jüdischen Ehepartner in diesen „Mischehen“ waren dann ebenfalls vor Deportation geschützt. Der Begriff „Calmeyer-Juden“ sprach sich unter den Juden in den Niederlanden herum. Zu den Personen, deren Registrierung die Entscheidungsstelle positiv änderte, gehörte auch Jacqueline van Maarsen, die Anne Frank in ihrem Tagebuch ihre „beste Freundin“ nennt. Weitere „Calmeyer-Juden“ sind z. B. Laureen Nussbaum (Hannelore Klein), eine Freundin von Margot Frank, Annes älterer Schwester.

Im Laufe der Zeit wurde die SS zunehmend mißtrauerischer gegenüber den Abstammungsprüfungen. In der darauffolgenden Zeit mehrten sich die Hinweise auf „Manipulationen“ in den Abstammungsverfahren. Das Reichssicherheitshauptamt in Berlin ordnete im März 1944 deshalb eine „Überprüfung der vom Generalkommissar für Verwaltung und Justiz – Abteilung Innere Verwaltung – ergangenen Abstammungsbescheide“ an. Es wurde eine Beschlagnahme der Calmeyer-Akten vorgeschlagen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Die Kriegsereignisse, insbesondere die näher rückende alliierte Front, verhinderten das.

Calmeyers Handeln und Wirken während des Krieges, wurden nach dem Krieg heftigst diskutiert. Und das über viele Jahre.

Die „Entscheidungsstelle über die Meldepflicht aus VO 6/41“ traf neben den positiven auch zahlreiche ablehnende Entscheidungen. Die negativen Entscheidungen kamen einem Todesurteil gleich. Die abgelehnten Petenten wurden in die Vernichtungslager deportiert.

Calmeyers Wirken ist deshalb bis heute umstritten.

Zunächst positiv über sein Tun urteilten niederländischen Historiker. Genauso positiv urteilten zwei deutsche Autoren. Ende der 1990er Jahre meldeten sich kritischere Stimmen: Der niederländische Historiker Coenraad Stuhldreher kritisierte, Calmeyer habe letztlich „nicht anders gehandelt als jeder andere legalistische deutsche Beamte“.Er sei ein „funktionierendes Rädchen“ im Getriebe der Besatzungsverwaltung gewesen. Geraldien von Frijtag Drabbe Künzel bilanzierte, es sei zwar gewiss, dass Calmeyers Dienststelle „falsche“ Abstammungsanträge „akzeptiert“ habe. Die Schlussfolgerung, „dass Calmeyer die Absicht gehabt habe, zu helfen“, sei aber nicht zu belegen. Letztlich habe der Jurist „ambivalent“ gewirkt. Der Rettung einzelner stünde die „Mitwirkung an der totalen Diskriminierung, Ausraubung, Ausgrenzung und Abschiebung der Juden“ gegenüber.Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau zählte Calmeyer deshalb zu den „Menschen, die geholfen haben, aber durch ihre Verstrickung in das Unrechtsregime auch schuldig geworden sind“. Der Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg kommt in seinem Buch über Calmeyer zu dem Fazit: „Das war ihm bewusst und hat ihn bis zu seinem Tod nicht losgelassen. Aber wäre er nicht Teil des Systems geblieben, hätte er niemandem helfen können.“ Ähnlich hatte zuvor schon der frühere Yad-Vashem-Direktor Joseph Michman, der selbst den Holocaust in den Niederlanden überlebt hatte, bilanziert: „Wer alle Juden retten wollte, rettete niemanden. … Calmeyer war sehr wohl der Schutzengel der Juden. Obwohl ihm selbst KZ oder gar Todesstrafe drohte, hat er in einer Art und Weise manövriert, die Bewunderung verdient.“

Ehrungen:

Calmeyers Wirken blieb in Deutschland lange Zeit unbeachtet, bis in den 1980er Jahren der Osnabrücker Gymnasiallehrer und Ratsherr Peter Niebaum mit Studien zu Calmeyer begann und eine Initiative zu seinem Gedenken ins Leben rief.

1989 benannte die Stadt Osnabrück den bis dahin namenlosen Platz, auf dem sich Blumenthalstraße, Friedrichstraße und Roonstraße kreuzen, als Hans-Calmeyer-Platz.

1992 erfolgte die Anerkennung als „Gerechter unter den Völkern“ durch Yad Vashem.Das machte ihn als „Schindler aus Osnabrück“ bekannt.

1995 verlieh die Stadt Osnabrück Calmeyer in Anwesenheit seines Sohnes Peter Calmeyer und des israelischen Botschafters Avi Primor postum ihre höchste Auszeichnung, die Justus-Möser-Medaille.

2010 wurde – erstmals auch in den Niederlanden – eine Ausstellung über den „Judenretter in deutschem Dienst“ in Zwolle gezeigt.

Der Osnabrücker Liedermacher Günter Gall widmete Calmeyer das „Lied für Hans Calmeyer“.

Calmeyers Grab befindet sich auf dem Heger Friedhof in Osnabrück.

(Informationen von http://www.wikipedia.de)

Felix Nussbaum – ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit

Aber wer genau war Felix Nussbaum?
Kurzfassung:

Felix Nussbaum wurde am 11. Dezember 1904 in Osnabrück geboren und verstarb nach dem 20. September 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau. Er war ein deutscher Maler der Neuen Sachlichkeit.

Leben:

Felix Nussbaum wuchs mit seinen Eltern Philipp Nussbaum (1872-1944; Kaufmann) und seiner Mutter Rahel (1873-1944; geb. van Dijk) und seinem älteren Bruder Justus (1901-1944) in Osnabrück auf. Die Familie war dem Reformjudentum zuzurechnen. Nussbaums Vater war Hobbymaler und ermutigte seinen Sohn, Malerei zu studieren. Nach Beendigung der jüdischen Elementarschule und des Realgymnasiums, begann er 1922/23 das Kunststudium an der Hamburger Kunstgewerbeschule auf und setzte seine Ausbildung bis 1930 an der Berliner Lewin-Funke-Schule und an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin fort.

1972 lernte Felix Nussbaum in Berlin seine Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Malerin Felka Platek, kennen.

Emigration und Tod:

Mit dem Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft am 30. Januar 1933 lebte Nussbaum mit Lebensgefährtin im Exil in Italien, Frankreich und ab 1937 in Brüssel. Felix Nussbaum heiratete 1937 Felka Platek in Brüssel.Felix Nussbaum würde von den belgischen Behörden am 8. Mai 1940 verhaftet und in das südfranzösische Internierungslager Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales) gebracht. Nussbaum bat unter dem Eindruck des Lager die französische Lagerführung um Rückführung nach Deutschland. Während der Rückführung in Bordeaux floh Nussbaum.Er kehrte nach Brüssel zurück, wo seine Frau weiterhin lebte. Die Beiden tauchten bei einem befreundeten Kunsthändler unter.

Juni 1944 wurde das Ehepaar Nussbaum von der Wehrmacht inhaftiert und mit dem letzten Deportationszug vom Sammellager Mechelen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht.

Durch bisherige Annahmen, wonach beide am 2. August 1944 bei der Ankunft des Transports in Auschwitz in den Gaskammern ermordet wurden, konnten 2014 widerlegt werden: Laut einer im Russischen Staatsarchiv in Moskau entdeckten Akte der Chirurgischen Abteilung des Lagerhospitals aus Block 21 des Stammlagers Auschwitz war Felix Nussbaum als Häftling mit der Nummer B-3594 geführt und am 20. September 1944 wegen einer Blase am Zeigefinger der linken Hand behandelt worden. Er gehörte also wohl zu den 361 als arbeitsfähig eingestuften, nicht sofort vergasten Juden seines Belege gibt es nicht dafür, dass er nach dem 26. November 1944, wie in vielen Fällen geschehen, in ein anderes Lager verlegt worden wäre. Er gehörte auch nicht zu den am 27. Januar 1945 befreiten Überlebenden von Auschwitz. Daher wird angenommen, dass er zwischen dem 20. September 1944 und 27. Januar 1945 in Auschwitz umkam.

Werke:

Das Werkverzeichnis zählt 456 Werke und 21 Gelegenheitsarbeiten auf.

Unter anderem:

  • Bahnhof Alassio (1933)

  • Triumph des Todes (Die Gerippe spielen zum Tanz), 1944; gilt als Nussbaums letztes Gemälde und künstlerisches Testament

  • Das Geheimnis. November 1939, Öl auf Leinwand, 61 × 74,5 cm, Privatbesitz Osnabrück.

  • Der Flüchtling 1. 1939, im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

  • Jaqui auf der Straße. 1944, im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

  • Triumph des Todes. 1944, im Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

Belgische Freunde von Felix Nussbaum retteten seine Bilder aus der Zeit des Exils. Bis in die 1980er Jahre fanden seine Werke wenig Beachtung, bis ein Schlüsselgemälde 1997 auf einer Auktion (umgerechnet) 1,7 Millionen Euro erzielte.

Auch ein Kinderbuch gehörte zu seinen Werken, dass er 1936 gemeinsam mit seinem Freund konzipierten.

Stolpersteine:

  • Vor der Nussbaum-Villa, Schloßstraße 11, erinnern in Osnabrück drei Stolpersteine daran, dass dort Felix Nussbaum und seine Eltern wohnten.

  • Ein weiterer Stolperstein erinnert in Brüssel, 22 rue Archimède, an ihn und seine Frau. Dieses Haus war ihr letzter Aufenthaltsort vor der Deportation.

Erich Maria Remarque

Wer war eigentlich Erich Maria Remarque und wodurch wurde er bekannt?

Kurzfassung:
Erich Maria Remarque; eigentlich hieß er Erich Paul Remark, wurde am 22.Juni 1898 in Osnabrück geboren und verstarb am 25. September 1970 in Locarno (Schweiz).Remarque war ein deutscher Schriftsteller und Journalist.
Bekannt wurde Erich Maria Remarque mit dem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“. Der Roman schildert die Schrecken des 1. Weltkrieges aus der Sicht eines jungen Soldaten und gilt heute als ein Klassiker der Weltliteratur. In den 1930ern wurden seine Romane im nationalsozialistischen Deutschland als schädliches, unerwünschtes Schrifttum bezeichnet und im Jahre 1933 öffentlich verbrannt. Die Verfilmung seines Werkes „Im Westen nichts Neues“ wurde mit einem Oscar prämiert.

Familie und Schule:
Erich Paul Remark wurde als zweites Kind von insgesamt fünf Kindern in Osnabrück geboren. Er war der Sohn eines Buchbinders, namens Peter Franz Remark und seiner Frau Anna Maria.. Seine Familie waren Nachfahren von französischen Einwanderern mit dem Namen „Remacle“. Von 1904 bis 1912 besuchte Remarque die damalige Johannisvolkshochschule in Osnabrück; die heutige Domschule. Danach, 1912-1915, war er an dem katholischen Lehrseminar der Stadt, wo er 1916 sein Examen ablegte. Dieses war vorgezogen, da Remarque zum Kriegseinsatz einberufen wurde.

Der erste Weltkrieg:
Im Juni 1917 wurde Remarque an die Westfront eingezogen, wo er vier Wochen später bei Schanzarbeiten im hinteren Frontgebiet schwer verletzt wurde. Das Kriegsende erlebte Erich Maria Remarque im Armee-Hospital in Duisburg. Durch diese Zeit entstand sein Werk „Im Westen nichts Neues“.

Nach Kriegsende:
Als der Krieg vorbei war, nahm Erich Maria Remarque seine Ausbildung als Lehrer wieder auf und begann im August 1919 als Volksschullehrer in Lohne zu arbeiten. In den weiteren Monaten arbeitete er als Lehrer im damaligen Kreis Hümmeling (dem heutigen Kreis Emsland ,) und in Nahne. Seine Lehramtszeit beendete Remarque im November 1920 mit Einreichen eines Urlaubsgesuchs.

Seine ersten Veröffentlichungen:
Seit Ende November 1920 arbeite Erich Maria Remarque nur noch als Schriftsteller und Journalist. Bereits im April1918 veröffentlichte er deren Text „Ich und Du“ und 1920 seinen ersten Roman „Traumbude“. Der Roman wurde zum Misserfolg.

Im Westen nichts Neues:
Durch Remarques Buch „Im Westen nichts Neues“, dass 1929 erschien, wurde er weltbekannt. 1930 wurde das Buch von Erich Maria Remarque von Lewis Milestone verfilmt und brachte dem Schriftsteller 1931 eine Friedensnobelpreis Nominierung bei. Dagegen protestierten der Deutsche Offiziers Bund.
Das Buch handelt von einigen Erfahrungen, die Remarque an der Front gemacht hatte und auf Erzählungen, von verwundeten Soldaten, die er im Hospiz kennenlernte. „Im Westen nichts Neues“ gehört heute in einigen Bundesländern zum Standardrepertoire des Deutschunterrichts.

Dreimal war der Schriftsteller verheiratet. In erster (von 14. Oktober 1925 bis 4. Januar 1930) und zweiter (von 22. Januar 1938 bis 20. Mai 1957) Ehe war er mit der Tänzerin Jutta Ilse Zambona (geb. 25. August 1901 † 25. Juni 1975) verheiratet. In dritter Ehe heiratete er am 25. Februar 1958 die Schauspielerin Paulette Goddard, die frühere Ehefrau Charlie Chaplins. Zu seinen Geliebten zählten Greta Garbo, Marlene Dietrich und Natalia Pawlowna Paley.
Erich Maria Remarque lebte bis zum Tod gemeinsam mit Ehefrau Paulette Goddard in seiner Tessiner Wahlheimat. Er verstarb am 25. September 1970 in Locarno an einem Aortenaneurysma, dem mehrere Herzinfarkte vorausgegangen waren.

Dissen – Opfer der Feuerbrunst

Am 26. April 1832 wurde ein Drittel des damaligen Dorfes Dissen durch ein Feuer vernichtete. 32 Häuser lagen in wenigen Stunden in Schutt und Asche, 43 Familien mit mehr als 200 Personen wurden obdachlos. Doch ungefähr ein Jahr später waren die meisten Häuser wieder aufgebaut – durch den Zusammenhalt, die Tatkraft und nachbarschaftliche Hilfe im Dorfe Dissen.

Ein Dokument existiert von diesem schlimmen Vorfall, das dem Engagement des damaligen Pastors Justus Voss zu verdanken ist – die Niederschrift einer Predigt, die der Geistliche am Jahrestag des Brandes in der Mauritius-Kirche hielt. Aus sie stützt sich der nachfolgende Text:

Gut hundert Häuser zählte man zu Anfang des 19. Jahrhunderts im Weichbild Dissen, etwa 700 Menschen wohnten hier. Ihre Häuser bestanden aus leicht brennbaren Materialien, aus Lehmwänden und Strohdocken unter dem Dach, dicht an dicht ein Haus an das andere gelehnt in engen Gassen. Und ein mit heutigen Verhältnissen ganz und gar nicht zu vergleichendes Löschwesen begünstigte damals noch eine Katastrophe solchen Ausmaßes, die Dissen am 26. April 1832 wie ein Keulenschlag traf.
Es war Donnerstagabend gegen halb acht Uhr. Neben der Mauritius-Kirche im Haus Brüning, das von etlichen armen Heuerleuten bewohnt war, an der Nordostseite des Kirchhofs – der Kirchburg, heute Kirchplatz – im Zentrum des Dorfes rüstete man zum Abendessen. Wahrscheinlich durch eine Unvorsichtigkeit beim Anzünden des Herdfeuers brach der Brand aus, der schon vier Stunden später ein Drittel des Ortes vernichtet hatte. Ein heftiger Nordostwind aus Richtung Hankenüll hatte schon zuvor acht Tage lang die Häuser förmlich ausgedörrt und in einen leicht entflammbaren Zustand versetzt.
So hatte das Feuer ein leichtes Spiel, griff im Nu auf die östliche Reihe des Kirchhofs über, sodass schon fünf Häuser in hellen Flammen standen, bis endlich eine der Handspritzen herangebracht wurde und auch lederne Löscheimer von Hand zu Hand weitergereicht wurden, um dem „roten Hahn“ den Garaus zu machen. Doch die Helfer hatten ihre Rechnung ohne die Kraft des immer stärker werdenden Windes gemacht. Die Flammen schwangen sich hinüber auf die westliche Häuserreihe des Kirchhofs und ließen sie wie dürre Kartenhäuser auflodern.
Ein Schrei des Entsetzens ging durch die Rettung herbeigeeilte Menge, denn dort lag die Raßmann´sche Apotheke, dort und in den angrenzenden Kaufmannhäusern lagerten große Mengen an Pulver, Waren aller Art und brennbaren Stoffen. Und dicht dahinter standen dicht gedrängt die Häuser des Zuckerbrinks, der Rosinenstraße, der Kleinen Masch, der Viehstraße ( heute Südstraße ) und auf der anderen Seite der Friedhof
( vielleicht der damalige Wehmhof, jetzt Haus Brune-Schlingmann ) und die daran stoßende große Rothenfelder Straße.
Mit dem Auflodern der Häuser und weiter der beiden großen Kolonate Fromme und Westerdarp war der Weg frei, und das Feuer hörte nicht eher auf, seiner verheerenden Wut freien Lauf zu lassen, bis es das entgegengesetzte Ende des Ortes erreicht hatte. Wären nicht mittlerweile auch die Spritzen aus den nahe liegenden Nachbarorten angelangt, um die Kantorwohnung und das Richard´sche Haus, die Schlüsselstellen für eine noch weitere Ausdehnung des Feuers, den Flammen zu entreißen, wäre vielleicht ganz Dissen in dieser Nacht in einen öden Schutthaufen verwandelt worden.

Auf 48200 Reichsthaler belief sich der Schaden an Häusern und Eigentum der Bürger, den das Feuer anrichtete. Häuser wurden von der Brandkasse ersetzt, das Mobiliar hatte kein Einziger der Opfer des Feuers versichert. Eine solche Versicherung war damals kaum bekannt, und so kam es zu einer unvergleichlichen Hilfswelle für diejenigen, die ihr Hab und Gut verloren hatten. Daran beteiligten sich alle Ämter des Königreichs Hannover, sogar aus Minden, das zu Preußen gehörte, gingen Spenden ein.

Aus einem erhaltenen Namensregister der Betroffenen ist ein ungefährer Lageplan der abgebrannten Häuser zu erkennen:

Am Kirchhof ( heute Kirchplatz ):

Kaufleute Gebrüder Welle ( Brüningsches Haus ), Händler Dallmeyer, Schuster Hobein, Büchsenmacher Wiemann, Tischler Poggenpohl, Händler und Bäcker Bröcker, Dr. Hertel, Apotheker Dr. med. Raßmann, Kaufmann Rodenbrock, Händler Timmermeister;

Am Zuckerbrink: Töpfer Röttgering, Von Blechen;

Rosinenstraße: Komerziant und Schlächter Dütemeyer, Dr. med Schloymann, Weber Gildehaus, Komerziant und Bote Meyer.

Als Totalverlust werden aufgeführt soweit man es in Erfahrung bringen konnte:

Colonat Fromme als Vollerbe; Colonant Westendarp als Vollerbe, sowie Salzsieder Sommerkamp;

Ecke Rosinenstraße/Zuckerbrink: Kantor und Küster Wintzer; weiter viele Geschädigten, die nicht aufgeführt werden können.

Alle waren sich der Hilfe vieler Menschen gewiss, die sich der Obdachlosen annahmen, Unterkunft gewährten oder Geld und Naturalien spendeten. Schon nach wenigen Jahren waren alle Narben verheilt – ein neues „Dissen“ war entstanden.

Symbolbild aus Dissen

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