Die Geschichte der Klinik am Kasinopark

Die heutige Klinik am Kasinopark ging aus dem im Jahre 1872 gegründeten Knappschaftskrankenhaus des „Georgs – Marien-Bergwerks- und Hüttenverein“ hervor. Das neu errichtete Krankenhaus war bemerkenswert modern eingerichtet.

Das Krankenhaus verfügte über eine Heizung, eine ausgeklügelte Frischluftzufuhr und eine großzügige Trinkwasserversorgung. Zunächst wurde es mit vier größeren Schlafsälen und vier Einzelbettzimmern ausgestattet. Jeder Saal umfasste also 7 Betten.

Mit viel Bedacht wurde der Standort des Hauses gewählt.

Erstmal lag es in unmittelbarer Nähe zur „Hütte“ selbst. Aber auch der Dichte Buchenwald war ein wichtiges Kriterium, da er Lärm und Schmutz von den Patienten fernhielt.

Der Kasinopark, der 1872 nach dem Vorbild englischer Gärten mit Teich, eleganter Wegeführung und seltenem Gehölz angelegt wurde trägt bis heute zur schönen Lage des Hauses bei.

Die Übernahme der Klinik 1934

Der Knappschaftsverein war über 60 Jahre Träger des Hauses bevor 1934 die Gemeinde Georgsmarienhütte die Einrichtung übernahm.

Ab da an diente es als Gemeindekrankenhaus.

Es war ein reines Belegkrankenhaus für die Ärzte.

Klinik am Kasinopark – Gemeindekrankenhaus

Umwandlung zum Allgemeinkrankenhaus im Jahre 1959

1959 wurde die Einrichtung zum Allgemeinkrankenhaus umgewandelt. Der erster Chefarzt wurde Chirurg Dr. Gerhard Mülverstedt. Zu dieser Zeit hatte das Krankenhaus etwa 80 Betten; 40 für die Chirurgie 26 für die Gynäkologie und die restlichen für HNO- und Augenerkrankungen vorgesehen waren. Eine Innere Abteilung gab es nicht, wurde aber vom neuen Chefarzt dringend angemahnt.

Dafür musste man das Haus vergrößern. Es musste auf 110 Betten aufstocken und ein neues Bettenhaus bauen. So kam es, wie es kommen musste. Am Anfang der 1970er Jahre kam der Neubau des Krankenhauses, das mit Gründung der Stadt Georgsmarienhütte zum Stadtkrankenhaus für die Bewohner aller Ortsteile avancierte.

Schwerpunkt Geriatrie

Anfang der 1990er Jahre wurde deutlich, dass die Stadt Georgsmarienhütte nicht länger im Stande sein würde, den Investitionsbedarf eines modernen Krankenhauses zu tragen. Angesichts der schon damals erkennbaren demographischen Verschiebung der Bevölkerungsstruktur, setzte der Stadtrat darauf, das Krankenhaus mit einem geriatrischen Schwerpunkt (Geriatrie = Altersheilkunde) auszustatten.

Insgesamt drei geriatrische Abteilungen sollten es ursprünglich werden: Eine Akutgeriatrie mit 30 Betten, eine geriatrische Rehabilitationsabteilung mit 40 Betten und noch eine Tagesklinik mit 20 Betten.

1992 wurde als neuer Träger wurde die Diakonie gefunden, auch übernahm die Diakonie das ehemalige Albertinenkrankenhaus in Dissen. Zur Einrichtung eines geriatrischen Schwerpunktes in Georgsmarienhütte kam es damals nicht mehr. Bis gegen Ende der 1990er Jahre wurde das kleine Haus aber profitabel geführt. So konnten auch zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Krankenhäuser von der Schließung bedroht

Anfang des neuen Jahrtausends gerieten die Krankenhäuser in Georgsmarienhütte und Dissen in Not. Denn Krankenhäuser unter 200 Betten waren fortan akut von der Schließung bedroht. Beide Häuser lagen weit darunter und bald war klar, dass nur eines der beiden Krankenhäuser in der bisherigen Form würde überleben können.

Die Diakonie entschied sich, das Krankenhaus in Dissen zu erweitern. Georgsmarienhütte musste dafür erhebliche Kapazitäten abgeben. So blieb am Standort nur eine Innere Abteilung und die Verlagerung der Suchtklinik Möhringsburg nach Georgsmarienhütte. Erneute Versuche zur Einrichtung eines geriatrischen Schwerpunktes scheiterten an der Ablehnung des Landes.

Erneuter Trägerwechsel im Jahr 2011

Klinik am Kasinpark

Seit 2004 schien ausgemacht, dass die im Diakonie-Krankenhaus Georgsmarienhütte verbliebene Innere Medizin mit einer kleinen geriatrischen Einheit nach Dissen verlegt werden würde. Aber der Diakonie fehlten die Mittel. So kam es 2011 zum erneuten Trägerwechsel: Das Klinikum Osnabrück übernahm beide Krankenhäuser im südlichen Osnabrücker Land.

Um die Einhäusigkeit der Kliniken Dissen und Georgsmarienhütte am Standort Dissen zu erreichen, musste dort noch erheblich investiert werden. Aber im Juli 2014 lehnte der Planungsausschuss des Sozialministeriums weitere Investitionen in Dissen ab.

Damit war für das Klinikum Osnabrück als Träger klar, dass die geplante Einhäusigkeit der beiden Krankenhäuser nur in Georgsmarienhütte erreicht werden könnte.

Schließlich entschied sich das Klinikum für die Schließung des Krankenhauses in Dissen und die Fortführung des Krankenhauses in Georgsmarienhütte. Dadurch konnten ca. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier weiter beschäftigt werden. Für Dissen war die Schließung nach 110 Jahren Krankenhausgeschichte eine Katastrophe. In Georgsmarienhütte jedoch entstand das alte Krankenhaus neu: Die Klinik am Kasinopark.

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