Dr.- Schloymann – Straße in Dissen

 

Warum hat die Straße diesen Namen bekommen? 

Im Norden von Dissen entstand in den 1980ern ein neues Wohngebiet. Eine Straße bekam genau diesen Namen. 

Aber wer war denn dieser Dr. Schloymann? 

Hermann Wilhelm Schloymann lebte von 1854-1918 und war ein Sanitätsrat. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war er der einzige Arzt in der Stadt Dissen. Dr. Schloymann setzte sich mit voller Hingabe und Einsatzbereitschaft für die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Patienten ein. Hermann Schloymann gehörte zu einer alten Arztfamilie, deren Arbeit seit Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 nachgewiesen wurde. 

Dr. Carl Friedrich Schloymann (1807–1877), sein Vater, war ein Mitbegründer des Badewesens im Nachbarort Bad Rothenfelde. Der langen Tradition seiner Familie folgend, wurde auch Hermann Schloymann Arzt in seiner Heimatstadt.

Als das Krankenhaus in Dissen 1904 eröffnet wurde, wurde Dr. Schloymann Chefarzt, der bei den Stadtbewohnern als überaus begabt anerkannt wurde. Der Albertinenstift hatte einen großen Zulauf. Ein Grund dafür war es, dass man dank einer Krankenversicherung den Arztbesuch aus finanziellen Gründen nicht mehr fürchten musste.

Dr. Schloymann hatte sehr flexible Arbeitszeiten. Daran sah man, wie groß seine Leidenschaft für den Beruf des Arztes war. Neben seinen normalen Sprechstunden konnten seine Patienten immer an seiner Tür klopfen. Selbst am heiligen Sonntag behandelte er seine Patienten. Denn für viele Menschen war der Weg zum Arzt zu weit, aber sie kamen für den Gottesdienst in den Ort. 

Hermann Schloymann behandelte nicht nur in seiner Praxis, sondern fuhr auch zu seinen Patienten raus, mit seiner Kutsche. Um dieses möglich zu machen und nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, gab es neben dem Wohnhaus der Familie Schloymann einen Stall, in dem die Pferde, Kutsche und Wagen Platz fanden. Durch die Hilfe seines Kutschers  Wilhelm Ohmann war so ein schnelles Anspannen und zügiges Fahren möglich. Die Fahrt zu den Patienten gestaltete sich – besonders in den Wintermonaten, wenn nur der Pferdeschlitten benutzt werden konnte – wegen der meist unbefestigten Straßen häufig schwierig. Doch Schloymann nahm auch Fahrten bei Wind und Wetter auf sich, wenn es darum ging, den Kranken  so schnell wie möglich zu helfen.

Nicht nur die Straße, sondern auch durch das frühere Wohnhaus der Familie Schloymann in der Straße „Am Zuckerbrink“ erinnert an die ehemalige Dissener Arztfamilie. Dieses war Schloymann und seiner aus Herford stammenden Frau Emilie 1885 von den Eltern geschenkt worden. Hier lebten beide gemeinsam mit ihrer Tochter Mathilde und Hermann Schloymanns unverheirateter Schwester Hedwig. 

Im Alter von 64 starb Hermann Schloymann 1918. Seine Frau Emilie starb mit 95 im Jahre 1952.

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