Karmann ehemaliger Automobilhersteller

Gründung 1. August 1901

1. August 1901

Die Wilhelm Karmann GmbH war ein Automobil- und Karosseriebauunternehmen mit dem Hauptsitz in Osnabrück, Niedersachsen. Insgesamt fertigte Karmann rund drei Millionen Fahrzeuge. Daneben entwickelte und fertigte das Unternehmen Dachsysteme, Produktionsanlagen und Großwerkzeuge für andere Fahrzeughersteller. In den letzten Jahrzehnten übernahm Karmann auch Entwicklungsaufträge der OEM.

Neben dem Hauptsitz in Osnabrück existierten auch in São Bernardo do Campo, Brasilien sowie in Rheine Fertigungsstätten für Automobile. Weitere Produktionsstandorte insbesondere für Dachsysteme wurden in Plymouth (Michigan, USA), Puebla (Mexiko), Vendas Novas (Portugal), Żary (Polen) und Yokohama (Japan) und Sunderland (England) aufgebaut. Eine Fertigungsstätte für Produktionssysteme wurde in Chorzów (Polen) errichtet.

Geschichte

Wilhelm Karmann sen. übernahm zum 1. August 1901 den Osnabrücker Wagenbaubetrieb von Christian Klages am Kamp in der Osnabrücker Innenstadt. Er begann mit insgesamt zehn Mitarbeitern seine Selbstständigkeit. Zu der Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, lagen natürlich die Prioritäten noch immer im Kutschenbau, aber schon im Jahre 1902 lieferte er seine ersten Karosseriebauten an die Dürkopp-Werke in Bielefeld. Weitere Einzelaufträge von Privatkunden und den Automobilfabrikanten Adler, DKW, Opel und Minerva folgten.

1911 fand der Umzug der Karmann-Werke an die Martinistraße im Stadtteil Wüste statt. Wilhelm Karmann meldete 1913 das erste Patent an: eine Mechanik für Klappverdecke. 1921 erhielt Wilhelm Karmann von der Aktiengesellschaft für Automobilbau in Berlin seinen ersten Großauftrag.

Im Jahre 1924 reiste Karmann in die USA, um die dortigen Fertigungsmethoden zu studieren und für seine Fahrzeugfertigung umzusetzen. Nach Rückkehr aus den USA gab er seine bisherige Holzbauweise der Karosserie auf und stellte zunächst auf Halbstahlbauweise um. Wilhelm Karmann erkannte die Bedeutung der Entwicklung und Herstellung von Presswerkzeugen für die serielle Automobilproduktion. Seit 1926 arbeitete er mit den Adlerwerken in Frankfurt am Main zusammen und wurde zum Pionier der Serienfertigung von Sonderfahrzeugen insbesondere für Cabriolets und Coupés. In den 1930er Jahren startete die Produktion in den neuen Werkshallen im Fledder. 1940 musste Karmann diese Fertigung einstellen und produzierte während des Zweiten Weltkriegs Heeres-Kraftfahrzeug-Aufbauten und Teile für die Flugzeugindustrie.

Der Aufstieg Im Krieg wurde das Werk zerstört, aber es wurde wieder aufgebaut.

Im Krieg wurde das Werk zerstört, aber es wurde wieder aufgebaut.

Karmann fokussierte sich dann hauptsächlich als Auftragsfertiger und Entwickler auf die Volkswagen AG. Schon 1935/36 hatte Ferdinand Porsche den Unternehmensgründer Wilhelm Karmann gebeten, die Möglichkeiten zur Entwicklung eines Prototypen für ein Volkswagen-Cabriolet zu untersuchen. Die Kriegswirren verhinderten, dass die Idee vorangetrieben wurde und die Zusammenarbeit mit Volkswagen begann. Am 1. August 1949 unterzeichnete Wilhelm Karmann einen Auftrag von Volkswagen „auf 1.000 Stück viersitziges, vierfenstriges Kabriolet Typ 15“. Aus diesen „1.000 Stück“ sind dann im Verlauf der nächsten 50 Jahre insgesamt 2.548.765 Fahrzeuge für den Auftraggeber Volkswagen vom Band gefahren.

Letztes VW 1303 Cabriolet

Für Volkswagen wurden neben dem Käfer Cabriolet und dem Karmann-Ghia sämtliche Cabriolets der Fahrzeugmodelle VW Golf sowie der VW Scirocco und VW Corrado gefertigt. Karmann expandierte und baute in den 1960er Jahren weitere Fahrzeugwerke in São Bernardo do Campo (Brasilien) und Rheine auf. In den Jahren ab 1965 wurden Gesamtfahrzeuge und Karosserien vom BMW Coupé 2000 C/CS (Vierzylinder), später auch die größeren BMW E9-Sechszylinder-Coupés im westfälischen Werk Rheine hergestellt. „Hochzeit“ (Einbau des Motors in die Karosserie) und Endmontage war im Werk München.

In den späten 1970er und den 1980er Jahren fertigte Karmann den Rohbau des Coupés der 6er-Reihe von BMW und die Cabriomodelle des Ford Escort als Gesamtfahrzeuge. Ab Anfang der 1990er Jahre wurden das Mercedes CLK Cabriolet, der Ford Escort RS Cosworth, der KIA Sportage und ab 1997 das Audi Cabriolet bzw. das Audi A4-Cabriolet und das Chrysler Crossfire Coupé und Roadster als Gesamtfahrzeuge gefertigt. Hinzuzurechnen sind die Auslauffertigung der VW Gold Limousine und des VW Golf Variant A3.

Karmann-Mobil auf VW T2 Außerdem wurden ab dem Jahr 1977 auch Reisemobile und später auch Wohnwagen unter dem Namen Karmann-Mobil hergestellt. Die Idee für sein erstes Reisemobil bekam Wilhelm Karmann auf einer Reise in Südafrika. Die ersten Fahrzeuge wurden auf der Basis eines Volkswagen T2 gebaut, gefolgt vom T3 und LT sowie dem Mercedes-Benz T 1. Parallel wurden die Wohnwagenmodelle Postillion 4500 und 5000 entwickelt und im Jahr 1982 auf den Markt gebracht. Es etablierten sich vor allem die Reisemobile, die Wohnwagenproduktion wurde nach einigen Jahren wieder eingestellt. Es folgten weitere Modelle, wie Gipsy, Davis und Distance. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen Karmann-Mobil an den Reisemobilspezialisten Eura Mobil verkauft.

Außerdem wurden ab dem Jahr 1977 auch Reisemobile und später auch Wohnwagen unter dem Namen Karmann-Mobil hergestellt. Die Idee für sein erstes Reisemobil bekam Wilhelm Karmann auf einer Reise in Südafrika. Die ersten Fahrzeuge wurden auf der Basis eines Volkswagen T2 gebaut, gefolgt vom T3 und LT sowie dem Mercedes-Benz T 1. Parallel wurden die Wohnwagenmodelle Postillion 4500 und 5000 entwickelt und im Jahr 1982 auf den Markt gebracht. Es etablierten sich vor allem die Reisemobile, die Wohnwagenproduktion wurde nach einigen Jahren wieder eingestellt. Es folgten weitere Modelle, wie Gipsy, Davis und Distance. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen Karmann-Mobil an den Reisemobilspezialisten Eura Mobil verkauft.

Auftragsfertiger in der Krise Mitte der Jahre zwischen 2000 und 2010 zeigten sich Probleme für die europäischen Auftragsfertiger von Nischenfahrzeugen. Die Beschäftigungssicherungsverträge der großen OEM mit den Gewerkschaften einerseits und die technologischen Fortschritte im Fahrzeugbau führten dazu, dass der Bau auch von Nischenfahrzeugen nicht mehr ausgelagert, sondern innerhalb des OEM-Produktionsverbundes erfolgte. Zusätzliche Liquidität wurde benötigt, um die sich abzeichnende Krise bewältigen zu können. Nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsfelder wurden verkauft. Diesem Trend musste auch Karmann folgen.

Mitte der Jahre zwischen 2000 und 2010 zeigten sich Probleme für die europäischen Auftragsfertiger von Nischenfahrzeugen. Die Beschäftigungssicherungsverträge der großen OEM mit den Gewerkschaften einerseits und die technologischen Fortschritte im Fahrzeugbau führten dazu, dass der Bau auch von Nischenfahrzeugen nicht mehr ausgelagert, sondern innerhalb des OEM-Produktionsverbundes erfolgte. Zusätzliche Liquidität wurde benötigt, um die sich abzeichnende Krise bewältigen zu können. Nicht zum Kerngeschäft gehörende Geschäftsfelder wurden verkauft. Diesem Trend musste auch Karmann folgen.

Am 8. April 2009 meldete Karmann die vorläufige Insolvenz an. Davon waren auch die mit der Wilhelm Karmann GmbH verbundenen inländischen Tochterunternehmen in Rheine (Kreis Steinfurt) und Bissendorf (Landkreis Osnabrück) betroffen.

Als letztes Fahrzeug rollte am 23. Juni 2009 um 11:35 Uhr ein schwarzes Mercedes CLK-Cabriolet vom Band.

Am 20. November 2009 teilte Volkswagen mit, Teile von Karmann übernehmen zu wollen. Somit wurden in Osnabrück ab 2011 wieder Fahrzeuge produziert. Aus der Karmann-Insolvenzmasse übernahm Volkswagen die Fabrikgebäude sowie Maschinen, Anlagen und Grundstücke. Die Volkswagen Osnabrück GmbH umfasst heute mit Ausnahme der Dachsyssteme alle ehemaligen Karmann-Sparten von den Produktionssystemen (Metallgruppe) über Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei, Montage bis hin zur Technischen Entwicklung.

Im Juni 2011 hat die Daimlertochter MBtech Group den 60-prozentigen Anteil der Karmann GmbH an der Automotive Testing Papenburg (ATP GmbH) gekauft. MBtech ist nun alleinige Eigentümerin.

Bilder Netzfund

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