Der Jack-West-Weg in Osnabrück am Hafen

In Osnabrück am Hafen gibt es eine Straße, die Jack-West-Weg heißt. 

Warum gibt es diesen Weg und wer war überhaupt Jack West?

John Davis Jack West war von 1981 bis 1991 britischer Verbindungsoffizier in Osnabrück. 

John Davis (Jack) West wurde am 1. März 1932 in Hull geboren. Seinen Wehrdienst (1952 bis 1955) leistete er zum größten Teil bei der Royal Army in Ägypten ab.1962 wurde Jack West zum Major befördert. Mit Deutschland machte er 1967 in Detmold als Ausbilder Bekanntschaft. 1975 beendete er seine Militärlaufbahn und studiert die Sprachen Deutsch und Englisch in Lincoln. Das befähigte ihn, Verbindungsoffizier  zu werden. Zwei Jahre (1979 bis 1981) füllt er diese Funktion in Verden aus, danach wird er zu der wesentlich größeren Garnison Osnabrück versetzt.

Er hatte die Interessen der Streitkräfte zu vertreten, die ihren Verteidigungsauftrag in Zeiten des Kalten Krieges zu erfüllen hatten. Auch machte er sich die Interessen der Zivilbevölkerung zu eigen. Jack West zeigte Verständnis für Beschwerden und setzte sich entschieden dafür ein, vermeidbare Belastungen abzustellen. Zu den Oberbürgermeistern Carl Möller und Ursula Flick hatte er eine kollegiale bis freundschaftliche Beziehung. Als die Stadtspitze mit dem Wunsch an die Briten herantrat, den verwilderten Nette-Abschnitt zwischen Haster Mühle und Mühleneschweg zu einem erlebbaren Naherholungs-Grünstreifen zu kultivieren, setzte Jack West sich mit ganzer Energie dafür ein.

Es funktionierte. Einige Pionier-Einheiten säuberten den Fluss, renaturierten einen Altarm, bändigten den Wildwuchs an Gehölzen zwischen der Nette und der Römereschstraße und legten einen Wanderweg an. Dieser ist ungefähr 267 Meter lang. Jack West erlebte die Fertigstellung nicht mehr.

Ende 1990 traten bei ihm Herzprobleme auf. Im April 1991 begab er sich zu einer vorab geplanten Bypass-Operation. Drei Tage nach der OP traten Komplikationen auf. Er starb am 15. April 1991 mit nur 59 Jahren an einem Herzinfarkt. 

Zu seinem Gedenken erhielt der Nette-Auenweg den Namen Jack-West-Weg. 

Station 64 Einst hieß so der Bahnhof Lotte

Angst hatten damals die Menschen vor dem Fortschritt: Wagen, die ohne Pferde bewegt werden, Schwarzer Rauch, Frauchen und Zischen der Dampfloks sind nur wenige Beispiele.
Deutlich war es in einem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1936. Eine Inhaberin eines Lebensmittelgeschäft hielt sich vor Schreck an einer Nachbarin fest, andere sind vor Angst geflohen oder wollten sich an Bäumen festklammern. Das war, als der erste Zug 1856 an der Station 64 vorbei fuhr.
Das hat der Wersener Lokalhistoriker Wolfgang Johanniemann entdeckt.
Neue Horizonte wurden durch die Dampfloks eröffnet und der Handel erhielt neue Impulse.

Die sogenannte Hannoversche Westbahnlinie, an der Lotte zwischen Velpe und Osnabrück liegt, wurde bereits 1856 als erste Bahnstrecke im Osnabrücker Raum in Betrieb genommen. Eigentlich hätte Lotte damals auch sogleich einen Bahnhof in der Nähe des Gasthauses Am Botterbusch bekommen sollen, doch bürgerlicher Widerstand verhinderte den Bau.

Wenig später wurde auf halber Strecke zwischen Lotte und Wersen neben dem Gasthaus Wulff eine Bahnhaltestelle eingerichtet, die einfach „Station 64“ hieß.



Benötigt wurde die Haltestelle unter anderem deshalb, weil zwischen 1857 und 1888 ein heilkundiger Pastor in Lotte von sich reden machte.

Die Bahnstrecke, eine der Magistralen durch das Land, die Osnabrück und Rheine und letztlich Hannover mit Amsterdam verbindet, wurde 1906 zweigleisig ausgebaut. Wohl im Zuge dieser Baumaßnahmen erhielt Lotte um 1910 sein Bahnhofsgebäude, das zunächst ein schlichter kleiner Flachdachbau war und in den Folgejahren erweitert wurde, zuletzt 1968 um einen Stellwerksanbau mit moderner Glaskanzel.

Die Schranke über die Wersener Straße war eine signalunabhängige Anlage, was bedeutete, dass die Sicherheit allein in der Hand des diensthabenden Beamten lag.
Lotte war damals Verladebahnhof für Stückgut und Kohlen, auch Benzol-Kesselwagen und Farben für die benachbarte Farben- und Klebstofffabrik wurden befördert. Irgendwie hat man das Gefühl, hier sei die Zeit stehen geblieben. Am Gebäude prangt nämlich noch immer das Ortsschild „Lotte“ mit dem Zusatz „Kreis Tecklenburg“.
Kreis Tecklenburg gibt es seit 1975 nämlich nicht mehr, da er mit dem Zusammenschluss mit dem Kreis Steinfurt seinen Namen einbüßte.


Die Christus König Kirche in Haste /Osnabrück

Lange hat es gedauert, bis die Bewohner Hastes eine Kirche bekamen. Das war im Jahre 1943.
Die Kirche entstand nach Plänen des Architekten Albert Feldwisch-Drentrup. Sie wurde Christus, dem König gewidmet – dem wahren Herrscher der Welt. Die Christus König Kirche ist die älteste von drei Kirchen der Pfarrei. In ihrem Inneren befindet sich unter anderem Kunst des Bildhauers Ludwig Nolde (1888-1958). Er war ein Osnabrücker Künstlers aus dem Stadtteil Haste.

Bei einem Bombenangriff im Juni 1944 wurde die Kirche ziemlich stark zerstört. Das Dach war zerbombt und die Westseite war eingestürzt. die Westseite war eingestürzt.
In der Kirche gibt es noch Originalbänke von 1934. Diese zeigen die Narben der Zerstörung noch heute.Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) und der nachfolgenden Liturgiereform gestaltete der Künstler Walter Mellmann den Altar, den Ambo und den Tabernakel neu.
Der Innenbereich der Kirche wurde im Jahre 2017 umgestaltet. 5 Monate dauerte es.
Am 23. September 2017 fand die Wiedereröffnung statt.

Hinter der Kirche befindet sich das Gemeindezentrum Johannes-Prassek-Haus. Es ist nach dem Priester Johannes Prassek benannt, der 1937 in der Christus-König-Kirche seine erste heilige Messe feierte. 1943 wurde er als Kaplan in Lübeck von der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Die Flugzeughalle Haste Osnabrück

Die Urzeit der Fliegerei in Deutschland

Viele Osnabrücker wissen nicht, dass Osnabrück von 1914 bis 1934 seinen ersten Flugplatz besaß, bis die Wehrmacht das Gelände übernahm und die Winkelhausen-Kasernen mitten auf die Start- und Landebahn baute.

Ein Relikt aus dieser Zeit existiert noch heute – der Flugzeughangar, der unter Denkmalschutz steht. Sie ist eine der ältesten Flugzeughallen Deutschlands, vielleicht sogar Europas.

Am Gelände der ehemaligen Winkelhausen Kaserne im Ortsteile Haste, liegt ein unscheinbarer Industriebau der von einem Tiefbau genutzt wird. Seltsam ist das Tonnendach. Wenn man alte Luftaufnahmen vom Flugplatz Netter Heide zu sehen bekommt, erkennt man die Flugzeughalle.

Der massive Betonbau mit Holzdach ersetzte eine „windschiefe“ Halle, die bereits 1911 vom 16-jährigen Flugpionier Ernst Friedemeier auf dem ehemaligen Exerzierplatz des Osnabrücker Infanterieregiment 78. errichtet worden war. Die Flugzeughalle wurde im September 1914 erstmalig zur Gebäudeversicherung angemeldet. Das heißt, der Hangar ist im Sommer 1914 entstanden. Die Flughalle hat eine Größe von ungefähr 600 Quadratmeter. In den ersten Wochen des ersten Weltkrieges versuchte der Osnabrücker Flugpionier Gustav Tweer eine Flugschule hier zu etablieren, es gelang ihm nicht und er meldete sich freiwillig nach Darmstadt zur Fliegerersatzabteilung 3 ab. Während der Jahre des Krieges wurde der Flugplatz von der Fliegerersatzabteilung 5 (Hannover) als Aussenlandeplatz genutzt auf dem zukünftige Flugzeugführer nach Überlandflügen auftanken und ihre Maschinen warten lassen konnten.

In den Jahren 1925 bis 1933 starteten von der Netter Heide aus viersitzige Focke-Wulf „Möwe“, später auch größere Linienmaschinen der „Luftverkehr Osnabrück G.m.b.H.“ und der „Deutschen Luft Hansa AG“ etwa nach Dortmund und Frankfurt oder nach Bremen und Wangerooge.

Adolf Hitler landete 1932 mit einer dreimotorigen Junkers JU 52, um eine Wahlkampfrede auf dem Klushügel zu halten.

Auch in dem Anfang der 30er Jahre wurde der Flugplatz mit der Winkelhausenkaserne bebaut.

Die letzten Nutzer der Winkelhausenkaserne waren Britische Truppen, die nach dem Zweiten Weltkrieg hier stationiert waren.

Die Poggenburg in Osnabrück

Da fahren wir in der Gegend von der Katharinenkirche mit dem Fahrrad und sehen ein unscheinbares Haus. Zum Glück stand dort ein Schild im Vorbeet. Sonst hätten wir nicht erfahren, dass dies eine alte Burg ist, die Poggenburg.

Das Gebäude bezog seinen Namen vom Poggenbach. Er war eine Art Vorläufer des Pappelgrabens, der die Wüste entwässerte, den Siedlungskern der Stadt umfloss und in die Hase mündete, später jedoch im städtischen Graben- und Kanalisationssystem aufging. „Pogge“ ist das niederdeutsche Wort für Frosch.

Ertwin Ertmann (1429– 1505) war nicht nur ein tüchtiger Bürgermeister, sondern ihm verdanken wir unter anderem den Bau des Rathauses. Der Osnabrücker Bischof Konrad III. machte ihn zum Bischöflichen Rat und wies ihm 1487 als Wohnsitz die Poggenburg zu. Schon 40 Jahre zuvor wohnte an gleicher Stelle mit Hermann von Melle ein Bürgermeister. Später ging das Haus in den Besitz der Adelsfamilie Ostman von der Leye über. Die Familie gab dem Gebäude zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine bis heute gültige zweiflügelige Gestalt. In den 1920er- und 30er-Jahren verkaufte der Weingroßhändler Friedrich Förster hier im passenden Ambiente seinen „Cröver Nacktarsch“ und andere edle Tropfen.

Der Krieg ließ durch Bombenangriffe von der Poggenburg nicht viel mehr als die Außenmauern stehen. 1950 wurde die Stadt Eigentümer der Poggenburg und beschloss den Wiederaufbau.

Das „Städtische Musikschulwerk“, wie sich das spätere Konservatorium damals noch nannte, sollte hier eine neue Heimstatt finden. Im August 1951 konnte Leiter Kurt Felgner die „hellen neuen Räume“ übernehmen. Die Aula im Obergeschoss bot 150 Personen Platz und war sowohl für die Probenarbeit wie für kammermusikalische Darbietungen vor Publikum geeignet.

1998 zog das städtische Musikschulwerk, unter dem jetzigen Namen Musik – und Kunsthochschule, in die ehemalige Frauenklinik am Lieneschweg.

Für die Poggenburg kam die Rechtsanwaltskanzlei Graf und Partner zum Zuge. Sie renovierte das Haus in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.

Firma Homann in Dissen

Seit über 140 Jahren gibt es schon das Unternehmen Homann in Dissen.

Am 8. November 1876 wurde das Unternehmen von Heinrich-Friedrich, wurde aber nur Fritz genannt, in Dissen gegründet und hinter dem Krümpel-Garten erbaut.

Am Anfang produzierte die Firma westfälische Fleisch- und Wurstwaren. Im Jahre 1882 fing Homann mit der Produktion von Margarine an. Durch die Ausweitung der Margarineproduktion wurde mit der Fleisch- und Wurstwaren Herstellung aufgehört.

Die Betriebskrankenkasse entstand 1883. Im Jahr 1905 wurde eine Werkfeuerwehr gegründet.

1914 starb der Firmengründer und seine Söhne Fritz und Hugo übernahmen die Geschäftsführung.

1922 entstand in Magdeburg ein Zweigbetrieb und zwei Jahre später in Dissen eine Speiseöl-Raffinerie. 1929 ging Homann eine Verbindung mit dem niederländisch-britischen Konzern Unilever ein, weil dem Dissener Unternehmen die vom Gesetzgeber für die Margarineherstellung vorgeschriebene Ölmühle fehlte.

1937 starb Gründersohn Fritz Homann und Hugo Homann leitete seitdem das Unternehmen allein durch die Kriegsjahre. Nach dem Kriegsende 1945 wurde der Betrieb in Dissen mit 260 Mitarbeitern weitergeführt. Schon im Jahre 1950 hatte das Unternehmen wieder seine alte Marktposition im Bereich Margarine, Fette und Öle erreicht.

Im selben Jahr begann Homann mit der Produktion von Feinkost. Daraus entstand ein zweites Standbein. Ein neues Feinkostwerk wurde 1961 in Dissen eröffnet. 1968 übernahm Homann die Märkische Margarinefabrik in Berlin. Ein Jahr später wurden Homilla, die Homann Milchwerke Bad Laer, gegründet.

1976, 100 Jahre nach der Unternehmensgründung produzierte Homann 109.000 Tonnen Lebensmittel.

Durch den Tod von Fritz Homann im Jahr 1989 übernahm der Unilever-Konzern die Firma komplett. Das war das Ende des Familienunternehmens. Unilever spezialisierte sich an dem Standort in Dissen auf Feinkostsalate. Am 6. Dezember 1993 wurde eine hochmoderne Salatfabrik eingeweiht. 1999 entstand die Beeck-Homann-Feinkostgruppe. Nach der Trennung von Unilever im Jahr 2000 wurde die Margarineproduktion aufgegeben.

2007 kaufte Kamps mit seinem Investmentunternehmen IFR den Feinkosthersteller Homann und führte ihn mit der ebenfalls übernommenen Nordsee-Fischrestaurantkette unter dem Dach der HK-Food zusammen. Seitdem waren unter anderem der Bad Essener Feinkosthersteller Hamker, der polnische Fischfeinkostproduzent Lisner und der Bottroper Feinkosthersteller Nadler zur Homann-Gruppe gekommen. HK-Food wurde 2010 von der Unternehmensgruppe Theo Müller (Müller Milch) gekauft.

Das „Kreuz im Hone“ bei Osnabrück

Durch die Besichtigung der Karlsteine, ein Grab aus der Steinzeit sind wir durch die Infotafel auf das Kreuz im Hone gestoßen.
Unsere Neugier war geweckt und wir fingen sofort an zu recherchieren. Und was sollen wir sagen. Wir haben es gefunden. Auf der anderen Seite der Straße steht genau dieses Kreuz an einer Waldlichtung.

Ein Zugangsweg mit Hinweisschild ist vorhanden. Auch ist dort eine Infotafel über die Geschichte und Sage des Kreuzes.

Bei dem Steinkreuz handelt es sich um das am Ende des vorigen Jahrhunderts vom Freiherrn von Ostman-Honeburg errichtete, 1938 teilweise zerstörte und 1949 wieder aufgestellte Erinnerungsmal an die erste christliche Messe, die hier um 783 durch Karl den Großen während des Feldzuges gefeiert worden sein soll. Die Vorgänger dieses Kreuzes (ob aus Holz oder Stein) wurden angeblich nach Verfall stets neu erstellt. Ein hohes, schlankes, sehr sorgfältig gearbeitetes Kreuz, dessen Kopf und Arme kleeblattartige Enden haben. Mit seinem sockelartigen Fuß steht es in einer steinernen Bodenplatte.

Die Höhe beträgt etwa 2,3 m. Die Breite etwa 1,4 m.

Inschrift in Großbuchstaben auf der Vorderseite des Steinkreuzes:
HOC
LOGO
CAROLI MAGNI TEMPORIBOS PRIMAM
IN HAC REGIONE MISSAM CELEBRATAM
ESSE
ANTI =
QUI =
TUS
TRADI =
TUM
EST

Die Sage besagt:
Das Kreuz soll die Stelle des ersten christlichen Altars in dieser Gegend bezeichnen. Es wird „Kreuz im Hone“, aber auch „Teggenbökenkreuz“ genannt, weil es von 10 Buchen umgeben ist. In alter Zeit sollen es 7 Buchen gewesen sein, die die Erinnerung an 7 im Heere des Kaisers dienende Brüder wachhalten sollten.

Veltmannstraße in Dissen 

Um 1980 entstand das Wohngebiet oberhalb der Dieckmannstraße. Dort gibt es die Straße „Veltmannstraße“ Sie gehört zu einer der jüngeren Straßen des Ortes. Diese erinnert an den Pastor Jacob Veltmann.

Der Dissener Heimatverein setzte sich für den Namen des evangelischen Pastors Jacob Veltmann ein. Er wirkte in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in Dissen. 

Wer war er? Wir sind in die Vergangenheit gereist und haben recherchiert.

Im Jahre 1602 wurde Veltmann in Osnabrück geboren. Er war mit Leib und Seele Prediger und Pastor. 

Bevor man Jacob Veltmann 1634 als Pastor nach Dissen rief, hatte er schon unter anderem in Wiedenbrück, Palsterkamp (das heutige Bad Rothenfelde) und Osnabrück gepredigt. 

Mitten im Tosen des Dreißigjährigen Krieg stellte sich Veltmann mutig vor seine Gemeinde, die immer wieder von durchziehenden Truppen in Angst und Schrecken versetzt wurde. Er nahm sich auch in der Zeit des Krieges den Armen und Notleidenden an. Jacob Veltmann sorgte durch seine Predigten für Trost und Hoffnung in der Gemeinde. 

Auch nach dem Krieg trat Veltmann weiterhin für die Belange seiner Dissener Gemeinde ein. 

Ein Jahr nach dem Schluss des Westfälischen Friedens 1648 sollte Dissen, wie viele Gemeinden im Osnabrücker Land katholisch werden.  Aber Jacob Veltmann mischte sich in die Verhandlungen ein und konnte durch ein Zeugenverhör mit Bürgern aus seiner Gemeinde die evangelische Glaubensüberzeugung der Dissener Bevölkerung nachweisen. 

Dadurch durfte Dissen evangelisch bleiben.

Als 1648 in Timmern eine Solequelle entdeckt und deren heilsame Wirkung für Kranke und Verwundete festgestellt wurde, organisierte der Prediger mit zwei weiteren Kirchenvorstehern einen Badebetrieb unter freiem Himmel. In zwei Badewannen konnten Kranke hier ein kostenloses Bad nehmen. Viele der Besucher bedankten sich für die Bäder aber auch mit Spenden, die wiederum den Armen und Kriegsversehrten zugutekamen.

Auch setzte er sich dafür ein, dass die alte Dissener Feuerlöschordnung durch Bischof Ernst August neu gefasst wurde.  In der neuen Ordnung hieß es dann, dass auch Personen, die eine Frau aus Dissen heirateten, einen ledernen Eimer zum Feuerlöschen stiften. Dies erhöhte die Anzahl der Löscheimer, die zum Schutz der Gemeinde in der St.-Mauritius-Kirche hingen. 

Auch kümmerte sich Jacob Veltmann darum, dass zwei neue Glocken gegossen wurden. Die waren um 1643 zersprungen. Um Kosten zu sparen, aber auch um die heimischen Handwerker bei den Arbeiten mit profitieren zu lassen, ließ Veltmann die alten Glocken einschmelzen und im Ort selbst neu gießen. Die Gesamtkosten finanzierte der Pastor durch eine Haussammlung und sorgte so dafür, dass die Kirchenglocken wieder in Dissen ertönen konnten.

Im Jahre 1679 verstarb Jacob Veltmann im Alter von 77 Jahren. Die ganze Dissener Gemeinde, wie auch seine 24 Kinder und Enkelkinder trauerten um ihn. 45 Jahre lang hat dieser Mann über seine Gemeinde gewacht. 

Die Stadtwaage in der Innenstadt von Osnabrück 

Die Stadtwaage wurde 1532 erbaut und steht zwischen dem Rathaus und der St.-Marien-Kirche. Im Zweiten Weltkrieg (1944) wurde die Stadtwaage vollständig ausgebrannt. 1954 wurde es erneuert und äußerlich vollständig rekonstruiert. 

Heute befindet sich darin das Standesamt. 

Doch was hatte die Stadtwaage für eine Funktion?

Die Stadtwaage war eine öffentliche Einrichtung zum Wiegen von Kaufmannsgütern.

Vor der Verbreitung überregional einheitlicher Maße konnten Gewichte von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein. Um Betrug zu verhindern, waren Kaufleute seit dem Mittelalter in verschiedenen Städten dazu verpflichtet, das Gewicht ihrer Handelswaren in der von den Stadtbehörden errichteten Waage feststellen zu lassen. Meistens mussten sie dafür eine Gebühr, das Wiegegeld, bezahlen. Das Recht der Stadt, den Kaufleuten eine solche Verpflichtung aufzulegen (Wiegerecht), war oft Teil des vom Landesherrn erteilten Stadtrechts oder Marktrechts. Oft bot die Einrichtung auch die Möglichkeit, Güter aufzuschlagen, meistens stand das Waagen-Gebäude jedoch ohnehin an einem Marktplatz.

Dr. Ernst Grote – Erster Tierarzt in Dissen

Dr. Grote war der erste Tierarzt in Dissen, der von 1893-1945 dort lebte und arbeitete. 

Ernst Grote studierte Veterinärmedizin in Hannover und Berlin, er praktizierte erst am Krümpel in Dissen, bevor Fritz Homann das Anwesen kaufte, danach in der Bahnhofstraße.Ernst Grote lebte im Haupthaus des Bauernhofes. Eine Inschrift im Kamin des Gebäudes deutete auf das Baujahr 1851 hin. Das Gebäude wurde später oft umgebaut wurde und bei den Dissenern ist das Haus als Krümpelvilla bekannt.

Zum Hof gehörten auch Stallungen und Kotten. In den Stallungen brachte Dr. Grote kranke Pferde unter, um die er sich kümmerte. Um zu seinen Patienten zu kommen, ritt er auf seinem Pferd dorthin oder fuhr mit seiner Gig. Die Gig war ein leichte, zweirädrige offene Kutsche.

Auf dem Bild ist Dr. Grote zu sehen und links steht eine Truhe, die er 1902 erworben hatte. Jahrelang stand die Truhe in der Mehlkammer des alten Meierhofes. Die Entstehungszeit fällt zirka auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Die Stollentruhe aus purem Eichenholz ist in ihrer charakteristischen und zurückreichenden Art der Herstellung in Zimmermannstechnik dem gotischen Stil zuzuordnen. Vier aufrecht stehende Bohlen tragen den rechteckigen Korpus, der – wie auch die Säulen – an der Frontseite reich mit Schnitzereien und wie auch der schwere Deckel mit geschmiedeten Eisenbändern ausgestattet ist. Ein sogenanntes Schmetterlingsschloss sichert den Inhalt.

Die Truhe ist heute beim Dissener Heimatverein.

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