Hervorgehoben

Erster Blogbeitrag

Hier kommt alles rein, was mit Osnabrück und Landkreis zu tun hat. News, Geschichte, Witz, Humor, Werbung für eigene Betriebe und vieles mehr.

Die Mühlenstraße in Dissen aTW – aber warum hat sie diesen Namen?

Gibt es eine Geschichte dazu? – Ja, die gibt es.

Da ich selbst in der Mühlenstraße aufgewachsen bin, bin natürlich auch ich neugierig und bin mal in die Vergangenheit eingetaucht.

Seit mehr als 80 Jahren ist die Mühlenstraße in Dissen ohne Mühle. Die Straße erinnert an die frühere Sägemühle.

Von der Großen Straße im Zentrum von Dissen bis zur Straße Unter dem Kamp führt die Mühlenstraße, die auch zum Teil parallel zum Dissener Bach verläuft.

Die Sägemühle am Dissener Bach (Noller Bach), gehörte zum Meierhof.

Auch gab es einen Mühlenteich, der dann später zum Schwimmbach-Bad wurde. Es war ein Freibad. Dieses Bad lag an der Ecke Dieckmann/Bergstraße und wurde mit dem Wasser der Mühle versorgt.

(Mein Vater erinnert sich noch an dieses Freibad)

Die Mühle gibt es nicht mehr, ihr Betrieb wurde mit dem Tod des letzten Müllers, im Jahre 1928, eingestellt, so vermutet man. Die Mühle befand sich ungefähr dort, wo heute die Straße Scheerenhof entlangläuft. Diese führt über den Dissener Bach und mündet in die Mühlenstraße.

Der letzte Besitzer des Sägewerkes und der Mühle war Wilhelm Dieckmann. Dieser adoptierte später Gustav Adolf Dieckmann, der Kaufmann wurde. Das Haus der Dieckmanns befindet sich heute auf dem Gelände des ehemaligen Mühlenteichs, gut 20 Meter vom heutigen Hallenbad entfernt – das Haus ist dort, wo früher das Freibad stand.

Die Stadt Dissen hat heute einen inneren Stadtring, der dem Wilhelm Dieckmann gewidmet ist. Die Mühlenstraße passiert eben jene Dieckmannstraße. Es hat seinen Grund, dass man den letzten Mühleninhaber nicht nur mit der Mühlenstraße, sondern auch mit einer nach ihm benannten Straße gedenkt. Die Bewohner der Stadt haben es Wilhelm Dieckmann zu verdanken, dass die Stadt den frühen Stromanschluss bekam. Im Winter 1899/1900 erhielt die kleine Gemeinde die elektronische Beleuchtung und dass noch vor Osnabrück und Bielefeld.

Die Kinder der Stadt hatten viel Spaß in dem Freibad. Wilhelm Dieckmann ließ auch einen Aussichtsturm auf dem Petersbrink bauen, am Kammweg des Teutoburger Waldes. Die Kinder waren sehr darüber erfreut.

Die Geschichte der Klinik am Kasinopark

Die heutige Klinik am Kasinopark ging aus dem im Jahre 1872 gegründeten Knappschaftskrankenhaus des „Georgs – Marien-Bergwerks- und Hüttenverein“ hervor. Das neu errichtete Krankenhaus war bemerkenswert modern eingerichtet.

Das Krankenhaus verfügte über eine Heizung, eine ausgeklügelte Frischluftzufuhr und eine großzügige Trinkwasserversorgung. Zunächst wurde es mit vier größeren Schlafsälen und vier Einzelbettzimmern ausgestattet. Jeder Saal umfasste also 7 Betten.

Mit viel Bedacht wurde der Standort des Hauses gewählt.

Erstmal lag es in unmittelbarer Nähe zur „Hütte“ selbst. Aber auch der Dichte Buchenwald war ein wichtiges Kriterium, da er Lärm und Schmutz von den Patienten fernhielt.

Der Kasinopark, der 1872 nach dem Vorbild englischer Gärten mit Teich, eleganter Wegeführung und seltenem Gehölz angelegt wurde trägt bis heute zur schönen Lage des Hauses bei.

Die Übernahme der Klinik 1934

Der Knappschaftsverein war über 60 Jahre Träger des Hauses bevor 1934 die Gemeinde Georgsmarienhütte die Einrichtung übernahm.

Ab da an diente es als Gemeindekrankenhaus.

Es war ein reines Belegkrankenhaus für die Ärzte.

Klinik am Kasinopark – Gemeindekrankenhaus

Umwandlung zum Allgemeinkrankenhaus im Jahre 1959

1959 wurde die Einrichtung zum Allgemeinkrankenhaus umgewandelt. Der erster Chefarzt wurde Chirurg Dr. Gerhard Mülverstedt. Zu dieser Zeit hatte das Krankenhaus etwa 80 Betten; 40 für die Chirurgie 26 für die Gynäkologie und die restlichen für HNO- und Augenerkrankungen vorgesehen waren. Eine Innere Abteilung gab es nicht, wurde aber vom neuen Chefarzt dringend angemahnt.

Dafür musste man das Haus vergrößern. Es musste auf 110 Betten aufstocken und ein neues Bettenhaus bauen. So kam es, wie es kommen musste. Am Anfang der 1970er Jahre kam der Neubau des Krankenhauses, das mit Gründung der Stadt Georgsmarienhütte zum Stadtkrankenhaus für die Bewohner aller Ortsteile avancierte.

Schwerpunkt Geriatrie

Anfang der 1990er Jahre wurde deutlich, dass die Stadt Georgsmarienhütte nicht länger im Stande sein würde, den Investitionsbedarf eines modernen Krankenhauses zu tragen. Angesichts der schon damals erkennbaren demographischen Verschiebung der Bevölkerungsstruktur, setzte der Stadtrat darauf, das Krankenhaus mit einem geriatrischen Schwerpunkt (Geriatrie = Altersheilkunde) auszustatten.

Insgesamt drei geriatrische Abteilungen sollten es ursprünglich werden: Eine Akutgeriatrie mit 30 Betten, eine geriatrische Rehabilitationsabteilung mit 40 Betten und noch eine Tagesklinik mit 20 Betten.

1992 wurde als neuer Träger wurde die Diakonie gefunden, auch übernahm die Diakonie das ehemalige Albertinenkrankenhaus in Dissen. Zur Einrichtung eines geriatrischen Schwerpunktes in Georgsmarienhütte kam es damals nicht mehr. Bis gegen Ende der 1990er Jahre wurde das kleine Haus aber profitabel geführt. So konnten auch zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Krankenhäuser von der Schließung bedroht

Anfang des neuen Jahrtausends gerieten die Krankenhäuser in Georgsmarienhütte und Dissen in Not. Denn Krankenhäuser unter 200 Betten waren fortan akut von der Schließung bedroht. Beide Häuser lagen weit darunter und bald war klar, dass nur eines der beiden Krankenhäuser in der bisherigen Form würde überleben können.

Die Diakonie entschied sich, das Krankenhaus in Dissen zu erweitern. Georgsmarienhütte musste dafür erhebliche Kapazitäten abgeben. So blieb am Standort nur eine Innere Abteilung und die Verlagerung der Suchtklinik Möhringsburg nach Georgsmarienhütte. Erneute Versuche zur Einrichtung eines geriatrischen Schwerpunktes scheiterten an der Ablehnung des Landes.

Erneuter Trägerwechsel im Jahr 2011

Klinik am Kasinpark

Seit 2004 schien ausgemacht, dass die im Diakonie-Krankenhaus Georgsmarienhütte verbliebene Innere Medizin mit einer kleinen geriatrischen Einheit nach Dissen verlegt werden würde. Aber der Diakonie fehlten die Mittel. So kam es 2011 zum erneuten Trägerwechsel: Das Klinikum Osnabrück übernahm beide Krankenhäuser im südlichen Osnabrücker Land.

Um die Einhäusigkeit der Kliniken Dissen und Georgsmarienhütte am Standort Dissen zu erreichen, musste dort noch erheblich investiert werden. Aber im Juli 2014 lehnte der Planungsausschuss des Sozialministeriums weitere Investitionen in Dissen ab.

Damit war für das Klinikum Osnabrück als Träger klar, dass die geplante Einhäusigkeit der beiden Krankenhäuser nur in Georgsmarienhütte erreicht werden könnte.

Schließlich entschied sich das Klinikum für die Schließung des Krankenhauses in Dissen und die Fortführung des Krankenhauses in Georgsmarienhütte. Dadurch konnten ca. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier weiter beschäftigt werden. Für Dissen war die Schließung nach 110 Jahren Krankenhausgeschichte eine Katastrophe. In Georgsmarienhütte jedoch entstand das alte Krankenhaus neu: Die Klinik am Kasinopark.

Julius-Schurig-Straße in Osnabrück

 

Warum gibt es in Osnabrück die Julius-Schurig-Straße? Wer war dieser Mann? 

Unsere Recherchen haben uns die Antworten gegeben. 

Julius Schurig gilt als Turnvater von Osnabrück.

1865 holte der Osnabrücker Bürgermeister, Johannes Miguel, Julius aus Emden. Er sollte der „Turnvater“ der Stadt werden. 

Julius Schurig wurde am 8. Juli 1839 in Leipzig geboren und starb am 10. September 1917.

Als Schurig nach Osnabrück kam, war bereits auf der Ratswiese durch eine Aktiengesellschaft eine Turnhalle errichtet worden. Diese Halle gab der Straße den Namen „Turnerstraße“ . 

Durch sein pädagogisches Geschick und Organisationstalent begann eine neue Art des Turnunterrichts. Er brachte frischen Wind und Begeisterung in die Übungsstunden. Er setzte sich mit Erfolg für ein obligatorisches Schulturnen und für eine Ausdehnung für alle Schularten, ein. Ab 1880 gab es dann auch Schulturnen für Mädchen. 

46 Jahre betreute Julius Schurig das städtische Schulturnen und war auch Berater der Vereine im gesamten norddeutschen Raum. 1866 gründete er die „Turner-Feuerwehr“ 

Er half durch sein Fachwissen beim Bau der Sporthalle am Wall 1873. Leider wurde diese durch den Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. 

Am 11. April 1911 wurde Julius Schurig in den Ruhestand versetzt. 

Die Julius-Schurig-Straße geht von der Bramscher Straße ab. 

Durch weitere Recherchen haben wir von der Seite www.luftschutzbunker-osnabrueck.de erfahren, dass es in der Julius-Schurig-Straße einen betonierten Deckungsgraben geben soll. 

Wir haben uns die Bilder von der Internetseite angeschaut und eingeprägt. 

Und: Wir haben es gefunden. Hinter einem Parkplatz eines Wohnhauses. 

Die Rothert-Straße in Osnabrück

In Osnabrück im Stadtteil Widukindland gibt es eine Rothert-Straße. Sie zweigt vom Bahlweg ab. Durch Recherche und Neugier bekamen wir heraus, wer dieser „Rothert“ war. 

Hermann Rothert  wurde 20. Juni 1875 in Lippstadt geboren und starb am 31. Januar 1962 in Münster. Hermann Rothert war ein deutscher Verwaltungsjurist, Politiker und Historiker. 

Zu seinen bedeutenden Werken gehören die Westfälische Geschichte und die Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter.

Als Sohn von Hugo Rothert (westfälisches Pastorengeschlecht) wuchs Hermann in Lemgo und Soest auf. Er studierte Rechtswissenschaft in Halle, Münster und Marburg. Hermann Rothert bestand 1901 die Assessorprüfung und wurde in Marburg promoviert.

Von 1903 bis 1907 war er Regierungsassessor in Johannisburg (Ostpreußen), Glogau (Schlesien) und Marienwerder (Westpreußen). 

Im Jahre 1911 wurde er zum Landrat des Kreises Bersenbrück (Niedersachsen) ernannt, mit dessen Geschichte er sich intensiv beschäftigte. 

Von 1916 bis 1919 vertrat er den Wahlbezirk Bersenbrück im hannoverschen Provinziallandtag. 

1924 gründete er das Kreismuseum Bersenbrück.

1932 berief ihn die Historische Kommission für Westfalen zum ordentlichen Mitglied; 1955 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft.

1933 ließ Rothert sich in das preußische Landwirtschaftsministerium versetzen, in dem er als Ministerialrat tätig war. 

Nach einem Umweg über Berlin war Hermann Rothert ab Herbst 1933 bei der Regierung in Münster und beim Oberpräsidium der Provinz Westfalen tätig. Da begann Rothert mit dem Quellenstudium zur „Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter“ 

1938 trat er in den vorzeitigen Ruhestand.

In der Nachkriegszeit übernahm Hermann 1945 für drei Monate beim Oberpräsidium in Münster das Dezernat für Kunst und Wissenschaft. Er war für die Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen zuständig. Am 31. August 1945 schied er endgültig aus der Verwaltung aus.

Am 26. Oktober 1946 wurde Hermann Rothert zum Honorarprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität ernannt und hielt bis 1952 Vorlesungen über die Geschichte Westfalens und der Hanse.

Ehrungen

1926 wurde eine Siedlung in Vintermoor, wo Hermann Rothert einen Musterbetrieb des Kreises Bersenbrück für Hochmoorwirtschaft hatte anlegen lassen, als neue selbstständige Gemeinde Rothertshausen genannt. 

1945 verlieh ihm die Stadt Osnabrück die Justus-Möser-Medaille. Da zu dieser Zeit eine Medaille noch nicht angefertigt werden konnte, erhielt er nur die Urkunde. Die Medaille wurde ihm nach 1950 nachgereicht. 

Seine Heimatstadt Lippstadt ehrte ihn, indem sie eine Straße in Rothertstraße benannte. Auch die Stadt Gütersloh und die Gemeinden Bersenbrück und Neuenkirchen bei Bramsche haben eine Hermann-Rothert-Straße. 

Der Kreisheimatbund Bersenbrück e. V. ernannte ihn zum Ehrenmitglied.

Dr.- Schloymann – Straße in Dissen

 

Warum hat die Straße diesen Namen bekommen? 

Im Norden von Dissen entstand in den 1980ern ein neues Wohngebiet. Eine Straße bekam genau diesen Namen. 

Aber wer war denn dieser Dr. Schloymann? 

Hermann Wilhelm Schloymann lebte von 1854-1918 und war ein Sanitätsrat. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war er der einzige Arzt in der Stadt Dissen. Dr. Schloymann setzte sich mit voller Hingabe und Einsatzbereitschaft für die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Patienten ein. Hermann Schloymann gehörte zu einer alten Arztfamilie, deren Arbeit seit Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 nachgewiesen wurde. 

Dr. Carl Friedrich Schloymann (1807–1877), sein Vater, war ein Mitbegründer des Badewesens im Nachbarort Bad Rothenfelde. Der langen Tradition seiner Familie folgend, wurde auch Hermann Schloymann Arzt in seiner Heimatstadt.

Als das Krankenhaus in Dissen 1904 eröffnet wurde, wurde Dr. Schloymann Chefarzt, der bei den Stadtbewohnern als überaus begabt anerkannt wurde. Der Albertinenstift hatte einen großen Zulauf. Ein Grund dafür war es, dass man dank einer Krankenversicherung den Arztbesuch aus finanziellen Gründen nicht mehr fürchten musste.

Dr. Schloymann hatte sehr flexible Arbeitszeiten. Daran sah man, wie groß seine Leidenschaft für den Beruf des Arztes war. Neben seinen normalen Sprechstunden konnten seine Patienten immer an seiner Tür klopfen. Selbst am heiligen Sonntag behandelte er seine Patienten. Denn für viele Menschen war der Weg zum Arzt zu weit, aber sie kamen für den Gottesdienst in den Ort. 

Hermann Schloymann behandelte nicht nur in seiner Praxis, sondern fuhr auch zu seinen Patienten raus, mit seiner Kutsche. Um dieses möglich zu machen und nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, gab es neben dem Wohnhaus der Familie Schloymann einen Stall, in dem die Pferde, Kutsche und Wagen Platz fanden. Durch die Hilfe seines Kutschers  Wilhelm Ohmann war so ein schnelles Anspannen und zügiges Fahren möglich. Die Fahrt zu den Patienten gestaltete sich – besonders in den Wintermonaten, wenn nur der Pferdeschlitten benutzt werden konnte – wegen der meist unbefestigten Straßen häufig schwierig. Doch Schloymann nahm auch Fahrten bei Wind und Wetter auf sich, wenn es darum ging, den Kranken  so schnell wie möglich zu helfen.

Nicht nur die Straße, sondern auch durch das frühere Wohnhaus der Familie Schloymann in der Straße „Am Zuckerbrink“ erinnert an die ehemalige Dissener Arztfamilie. Dieses war Schloymann und seiner aus Herford stammenden Frau Emilie 1885 von den Eltern geschenkt worden. Hier lebten beide gemeinsam mit ihrer Tochter Mathilde und Hermann Schloymanns unverheirateter Schwester Hedwig. 

Im Alter von 64 starb Hermann Schloymann 1918. Seine Frau Emilie starb mit 95 im Jahre 1952.

Waterloo-Tor auch Heger Tor Osnabrück 

Das Heger Tor erinnert an eine Wehranlage, war jedoch niemals Teil einer solchen. Die Wehranlage bestand aus Turm, Tor, Bastion sowie Zwinger und wurde 1815 weitgehend abgerissen.

Das Waterloo-Tor ist ein Kriegerdenkmal in Osnabrück, das an die Schlacht bei Waterloo erinnert. Das Waterloo-Tor mit seinem umgebenden Bereich ist in Osnabrück als das Heger Tor bekannt, der Name „Waterloo-Tor“ wird lokal kaum benutzt.

Geschichte

Am 18. Juni 1815 nahmen viele Osnabrücker Soldaten an der Schlacht bei Waterloo teil. Zu Ehren dieser kämpfenden Mitbürger stiftete im Jahr 1816 der Osnabrücker Bürger Gerhard Friedrich von Gülich 1.000 Taler für eine Gedenkstätte.

Das Waterloo-Tor wurde von Johann Christian Sieckmann (1787–1861) im Auftrag Gülichs entworfen und im Jahr 1817 am Heger-Tor-Wall erbaut.

Das eigentliche Heger Tor stand im Mittelalter weiter stadtauswärts, etwa 20 Meter westlich vor dem heutigen Waterloo-Tor. Dies ist daran zu erkennen, dass das noch existierende Akzisehaus, welches sich direkt am Stadttor befunden hatte, heute auf der gegenüberliegenden Seite des Wallringes liegt. Im Osnabrücker Volksmund hat sich dennoch der alte Name „Heger Tor“ auch als Name für das neue Waterloo-Tor eingebürgert.

Beschreibung

Das Waterloo-Tor ist ein Triumphtor und hat den Titusbogen in Rom zum Vorbild.

Auch wurden Bauelemente von zeitgenössischen klassizistischen Torbauten, z. B. vom Brandenburger Tor in Berlin, hinzugefügt.

INSCHRIFT:

„DEN OSNABRÜCKISCHEN KRIEGERN DIE BEI WATERLOO

DEN 18.JUNI 1815 DEUTSCHEN MUTH BEWIESEN

WIDMET DIESES DENKMAL G.F.v.GÜLICH D.R.D.“

(D.R.D. = Der Rechte Doktor, Gülich war Dr. jur.).

Über einen Treppenaufgang erreicht man die Plattform des Tores. Von ihr hat man zur östlichen Seite eine sehenswerte Aussicht auf die mittelalterlich geprägte Osnabrücker Altstadt, zur westlichen Seite sieht man das Kulturgeschichtliche Museum, das Felix-Nussbaum-Haus, das Akzisehaus und das Stüve-Denkmal vor dem einstigen Stüvehaus, der heutigen Volkshochschule Osnabrück.

Durch das alte und neue „Heger Tor“ rollten jahrhundertelang Fuhrwerke in Richtung Münster und Holland oder kamen von Westen in die Stadt. 1957 wurde die Tordurchfahrt wurde 1957 für den Fahrzeugverkehr gesperrt und zur Fußgängerzone. Heute ist hinter dem Heger Tor das sogenannte „Heger-Tor-Viertel“, das bekannt und beliebt durch seine urigen Gastronomiebetriebe und ein beliebter Treffpunkt für Tages- und Nachtschwärmer ist.

Von der Altstadtseite erscheint das Tor wie ein schmuckloses Stadttor aus der Zeit des alten Heger Tors, der mittelalterlichen Befestigungsanlage. Von der Seite des Heger-Tor-Walls ist es als klassizistische Heldengedenkstätte zu erkennen. Zwei Stadtwelten zeigt auch die städtebauliche Abwechslung, wenn man das Tor durchschreitet: Von der lärmenden, modernen Neustadt am Heger-Tor-Wall gelangt man durch den Triumphbogen in die beschauliche, verkehrsberuhigte Altstadt.

Alles Dank Fritz Homann

Die Geschichte des Dissener Krankenhauses 

Es begann vor über 100 Jahren, mit einer Spende und einer romantischen Geste vom Unternehmer Fritz Homann. Der Samtgemeinde stiftete Fritz Homann 300000 Mark für einen Bau eines Krankenhauses, da seine Fleisch – und Wurstwarenfabrik 25-jähriges Bestehen hatte. 

Fritz hatte nur einen Wunsch : Das Gebäude sollte den Namen seiner Frau Albertine bekommen. 

1904 feierte der „Albertinenstift“ seine Eröffnung – erst einmal als reines Belegkrankenhaus mit 25 Betten. Dr. Schloymann wurde der erste Chefarzt. 

Nach dem Ersten Weltkrieg vermehrte sich die Zahl der Patienten um das Vierfache, sodass das Haus aus allen Nähten platzte. 

Zum 50-jährigen Firmenbestehen stiftete die Firma Homann noch einmal 25000 Mark, was zu einer grundlegenden Erweiterung des Baus führte.  Durch die Erweiterung bot die Albertine Platz für 60 Patienten, außerdem wurden ein Operationsraum, ein Röntgenzimmer und eine Leichenhalle eingerichtet. 

Zum 75-Jährigen schenkte Homann der Samtgemeinde das Grundstück mit allen Gebäuden sowie 52000 Mark.

Im Jahre 1966 übernahm die Innere Mission Osnabrück, das spätere Diakonische Werk, die Trägerschaft. Im selben Jahr wurde das Schwesternwohnheim errichtet. 

Eine Einrichtung einer Krankenpflegeschule wurde 1968 gebaut. Im Jahre 1971 zog „die Albertine“, wie die Dissener ihre Klinik fast zärtlich nannten, in den Neubau. Zu dieser Zeit hatte das Krankenhaus 3 Hauptabteilungen:

Chirurgie, Innere Medizin und Gynäkologie /Geburtshilfe. 

1973 kam eine Intensivstation hinzu. Weiter folgten Belegabteilungen für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde und Urologie. 

Am Haupteingang stand es noch in Stein verfasst wann der Anbau kam.

Zu den letzten größeren Umbaumaßnahmen zählt die Umwandlung der ehemaligen Wäscherei im Erdgeschoss in eine zentrale Patientenannahmestelle mit Notfall-Ambulanz. 

Das Krankenhaus war Jahrzehnte lang unter der Trägerschaft der Diakonie und firmierte unter Diakonie Krankenhaus Osnabrücker Land. Erst wenige Jahre vor der Schließung  im Dezember 2014 übernahm das Klinikum Osnabrück das 130 – Betten – Haus. verkauft. Ab da war es das Klinikum Osnabrücker Land

In den letzten Jahren hatte die Qualität des Krankenhauses nachgelassen, oft musste das Personal zwischen Patienten und Ärzten dolmetschen da diese teilweise wenig bis gar kein Deutsch sprechen konnten. Das Land Niedersachsen hatte Millionen zur Standortsicherung bzw für die Sanierung versprochen und zugesagt, dieses Geld kam leider nie an. Es war geplant den Standort Georgsmarienhütte zu schließen und die Mitarbeiter/ innen ebenso Abteilungen zu verlegen. Doch es kam anders als erwartet und das Dissener Krankenhaus schrieb rote Zahlen und wurde im Dezember 2014 geschlossen. So endete nach über 110 Jahren die Ära der von den Bürgern und Bürgerinnen liebevoll genannte Albertine. Demonstrationen und Mahnwachen nutzten nichts und brachten keine positive Wendung.

Das ehemalige Albertinenkrankenhaus wird abgerissen und was Neues wird entstehen. 

Ein Dank geht an Sven Brönstrup (Osnastadtkreisblogger) und Thorsten Kruggel (Osna-News), die mir Fotos zum Verwenden, gegeben haben.

Vom „Flugzeugcafe Preußisch Oldendorf“ zum“Sanicare-Flugzeug“ in Bad Laer

Das Flugzeugcafé Preußisch

Oldendorf war ein Caféhaus, das in einem alten Passagierpropellerflugzeug, einer ausgemusterten DC-6, in Preußisch Oldendorf, einer Stadt im Kreis Minden-Lübbecke, von 1969 bis 2003 betrieben wurde. Das Flugzeug stand unweit eines ehemaligen Möbelhauses am Südrand der Ortschaft Preußisch Oldendorf und wurde später in ein Gewerbegebiet bei Bad Laer überführt.

Dort wurde die DC-6 als „Sanicare-Flugzeug“ bekannt. Sie steht auf dem Gelände des Gesundheitszentrums und soll die neuen Wege der Arzneimittelversorgung durch Versandapotheken symbolisieren. Der Logistikbereich der Sanicare-Versandapotheke befindet sich in unmittelbarer Nähe. Das Flugzeug wird für Seminare, Patientenschulungen und Informationsveranstaltungen genutzt. Aber man die DC-6 auch für besondere Anlässe mieten und sogar als Standesamt nutzen.

Es soll sich um die älteste noch existierende DC-6 und um das vierte Flugzeug dieses Typs, das je gebaut wurde, handeln.

Die 1946 gebaute DC-6 gehörte ursprünglich der Flotte des jordanischen Königshauses an, war dann in den USA im Linienflugeinsatz und gelangte 1965 nach Deutschland.Sie wurde noch bis zum Ende der 1960er Jahre geflogen und nach ihrer Außerdienststellung 1969 an einen Privatmann verkauft, der sie zum Flugzeugcafé machte. Zu einem symbolischen Preis von einem Euro an Johannes Mönter, den Besitzer von Sanicare, verkauft, der sie mit finanzieller Unterstützung mehrerer Sponsoren nach Bad Laer transportieren und in 600 Arbeitsstunden restaurieren ließ.

Der jetzige Standort des FlugzeugesDouglas DC-6 ist jetzt in dem Grünen Weg 4 in 49196 Bad Laer.

Die Bad Laerer, wie auch viele Flugzeug-Fans fragen sich schon sehr lange, was aus der geschichtsträchtigen Maschine wird.

Die Eigentümer aus Berlin haben nun ausgesagt, dass die DC-6 in diesem Jahr noch einen neuen Anstrich bekommt, damit sie wieder in neuem Glanz erstrahlt

Über die weitere Nutzung des Flugzeugs stehen derzeit noch Überlegungen bevor.

Haster Mühle: Nach dem Getreide kam der Wein

Wir machen eine Zeitreise. Warum heißt ein Autohaus und eine Bushaltestelle in Osnabrück Haster Mühle. Dem sind wir nachgegangen.

Haste hatte einst eine Mühle.

Von 1928 bis 1948 war es so:

„Haster Mühle! Endstation! Alles aussteigen!“

So hieß es in der Zeit in den Wagen der „roten“ Straßenbahnlinie, der späteren Linie 2. Im Jahre 1948 wurden die Gleise noch einmal um gut 600 Meter bis in „das Herz von Haste“, in die Bramstraße hinein, verlängert.

Das wurde wegen dem zunehmenden Verkehr in der Bramscher Straße getan.

Durch das langwierige Ranchieren im Bereich der Endstation „Haster Mühle“ wurde immer der Verkehr behindert. Vor einer Rückfahrt musste der Triebwagen vor das andere Ende des Beiwagens gekuppelt werden.. Sprich: es musste „umgesetzt“ werden.

Auf der verkehrsärmeren Bramstraße lief das um einiges problemloser ab. Der Straßenbahnverkehr endete am 29. Mai 1960. So war Haste danach nur noch über eine Buslinie mit der Innenstadt verbunden.

Die Hauptgebäude der Mühle sind fast unverändert erhalten und stammen aus dem Jahr 1909. Sie gründen auf viel älteren Vorgängerbauten. Bereits seit 1230 ist der Mühlenstandort am Nette-Übergang des alten Heerweges nach Bramsche belegt. Die Mühle gehörte früher dem Zisterzienserinnenkloster Harste (Haste), später Rulle.

1803 fiel die Mühle an die Klosterkammer wegen der Säkularisierung. Danach folgten viele wechselnde Verpachtungen.

Nach 1828 stellten die Gebrüder von Gülich hier Tuche und Stoffe für das Militär her. Ihre Tuchmanufaktur galt als die größte im Königreich Hannover. Da die Wasserkraft der Nette nicht ausreichte, wurde noch zusätzlich eine Dampfmaschine von 14 PS installiert.

Im Jahr 1868 mietete die Stadt Osnabrück einen Flügel und ließ ihn auf Rechnung der Armenverwaltung für Notwohnungen umbauen. Im Jahre 1907 pachtete der Müller August Kirk die Haster Mühle. Er stammte aus Alfeld /Leine. Kirk betrieb sie wieder als Getreidemühle mit drei Schrotgängen, drei Walzenstühlen und einer Haferquetsche. Der Antrieb wurde von den zwei bisherigen unterschlächtigen Wasserrädern auf eine Wasserturbine umgestellt. Weil das Mühlrad nicht mehr klapperte, sondern höchstens noch murmelte, nannte Kirk sein Anwesen liebevoll „Schloss Murmeljan“. Eine Gewerbestraße in unmittelbarer Nachbarschaft der „Kirkschen Mühle“ heißt seit dem Jahre 1958 Kirksweg.

Die Nachkommen von August Kirk betrieben die Mühle noch bis 1971 weiter.

Mühlentechnik und Mahlgänge blieben danach erhalten. Seit dem Jahr 1981 dienen sie als urige Staffage der Osnabrücker Niederlassung von „Jacques’ Weindepot“. Die Weinverkostung setzt eine Tradition aus dem 18. Jahrhundert fort. Schon zu Justus Mösers Zeiten gab es hier eine gern besuchte Weinstube. Weinfreunde waren Gelehrte und Honoratioren.

Säkularisierung: Enteignung der christlichen Kirchen sowie Verweltlichung

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